TV-Moderatoren – Thomas Gottschalk

Das Erfolgsrezept:

Diese unbekümmerte Hemmungslosigkeit bei den Outfits. Das war nur eine der Schrullen, die Thomas Gottschalk über Jahrzehnte zu einem der beliebtesten Entertainer im deutschen Fernsehen machte. Gags mochten danebengehen, vielleicht wurde ab und an auf der Couch von Wetten, dass..? auch ein Schauspielerinnenknie zu viel getätschelt. Trotzdem gelang es dem Moderator, vielen Fans mit seiner Schlagfertigkeit schöne und lange Abende zu bescheren. Weil er am Ende doch immer wie "einer von uns" wirkte.

Der Haken:

Gottschalk braucht die große Bühne. Erst vor einem 3000-köpfigen Publikum wie bei Wetten, dass..? dreht der Entertainer richtig auf. Mit Gottschalk Live wollte er etwas für ihn völlig Neues ausprobieren. Zwar bewies er auch hier, dass er mühelos 45 Minuten übertalken kann, aber das war über lange Strecken eher ein Überbrücken von fehlenden Inhalten. Und das Publikum wollte ihn einfach nicht im kleinen Studio sehen. Die Quote rauschte in den Keller, Anfang Juni kam das Aus.

Die Aussichten:

Nach dem Ende von Gottschalk Live gibt sich Gottschalk nicht geschlagen: "Lasst die Kirche im Dorf. Es ist nicht wirklich was passiert. Ab morgen interessiert es niemanden mehr, dass ich am Vorabend verglüht bin", erzählt er auf Spiegel Online. Er wolle nur noch Dinge tun, die ihm Spaß machen. Ob die von der ARD mit ihm geplanten aber noch nicht verlautbarten weiteren Projekte dafür geeignet sind? Man wird sehen.

Bild: dpa 14. Juni 2012, 09:322012-06-14 09:32:14 © Süddeutsche.de/cag/ihe/pak/rus