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Streit um Bundesliga-Übertragungsrechte:DFL weist Sky zurecht

Für die Axel Springer AG ist es ein großer Erfolg, für Konkurrent Sky auf dem App-Markt ein bitterer Verlust. Die Deutsche Fußball Liga hat im Streit um die Übertragungsrechte für die Bundesliga Klarheit geschaffen. Keine einfache Aufgabe, musste sie sich doch zwischen zwei Großkunden entscheiden.

Kurz vor Beginn der Bundesliga am Freitag stellt sich die Deutsche Fußball Liga (DFL) die Gretchenfrage: Sky oder Springer? Beide Konzerne buhlen um die Übertragungsrechte der Liga via App für Tablets und Smartphones. Im dem Streit erteilt die DFL nun dem Pay-TV-Sender Sky eine Absage.

Am Mittwoch meldete die DFL nämlich, die Liga hätte Rechte weder doppelt vergeben, noch werde sie Rechte einräumen, die das Angebot eines anderen Lizenznehmers einschränken. Mit Zustimmung der DFL werde es deshalb keine Bundesliga-Berichterstattung in der Sky News App geben.

Damit beugt sich die DFL dem Druck der Axel Springer AG, deren Chef Mathias Döpfner mit rechtlichen Schritten gegen die Liga gedroht hatte. "Wir sehen die Notwendigkeit, dass die DFL die Verhältnisse klärt", sagte Döpfner. Er könne sich zwar nicht vorstellen, dass die DFL das Vorgehen von Sky akzeptiert, andernfalls werde man aber alle notwendigen Schritte einleiten.

Zwischen die Stühle gesetzt

Hintergrund des Streits ist die Sky News App, über die der Sender bereits nach Spielschluss bewegte Bilder von Bundesligaspielen zeigen will. Mit dem Angebot wildert Sky auf fremdem Gebiet. Axel Springer hatte sich bereits im Vorfeld die Übertragungsrechte für Bild plus gesichert. Dort sind die Szenen allerdings erst eine Stunde nach Spielschluss zu sehen. Die Verzögerung ist entscheidend. Immerhin sieht Springer in den Übertragungsrechten der Bundesliga den Grundstein für den Erfolg des kürzlich eingeführten Bezahlmodells Bild plus.

Aufgabe der DFL war es nun, Grenzen zwischen Sky und Axel Springer AG ziehen, bevor es zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung kommt. Zusätzlich erschwert wird die Situation dadurch, dass Sky und Axel Springer Großkunden der Liga sind. Für ein ganzes Paket an Rechten bezahlt Sky in den kommenden vier Spielzeiten 485,7 Millionen Euro pro Saison. Axel Springer hingegen bezahlte für die Übertragungsrechte via Bild Plus geschätzte sechs Millionen Euro.

Mit der Absage an Sky hat die DFL zwar klare Verhältnisse geschaffen, gleichzeitig aber den größten Geldgeber in seine Schranken verwiesen. Und Sky könnte trotzdem an seinem Plan festhalten, auch via App über die Bundeliga zu berichten. Bisher hat der Sender noch keine Stellung zu der aktuellen Meldung des DFL genommen.

© Süddeutsche.de/dpa/jspe/mkoh

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