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Finale von "Breaking Bad":Der letzte Straßenfeger

Bryan Cranston und Aaron Paul in Breaking Bad

Bryan Cranston (hinten) und Aaron Paul in einer Szene von Breaking Bad - am 29. September läuft die letzte Folge.

(Foto: dpa)

"Breaking Bad" ist womöglich die letzte Serie, der es gelingt, ihre Fans zur gleichen Zeit vor der Mattscheibe zu versammeln. Weil sie so neugierig sind, weil sie sonst Spoiler fürchten - weil es die beste Serie in der Geschichte ist. Falls das Ende stimmt. Nun fiebern Millionen Fans dem Finale am Sonntag entgegen.

Auf den Partys nach der Verleihung der Primetime Emmy Awards in Los Angeles erzählten sich die Menschen immer wieder den gleichen Witz: Viele Nominierte und Preisträger seien deshalb nicht ins Nokia Theater gekommen, weil sie stattdessen die vorletzte Folge von Breaking Bad geguckt haben, die zeitgleich auf dem Sender AMC lief. Zusatzpointe des Scherzes: Natürlich seien Verantwortlichen von Breaking Bad da, um ihren Preis für die beste Drama-Serie des Jahres abzuholen - sie wissen ja, wie die Geschichte um Walter White ausgeht.

"Breaking Bad" ist eines der letzten großen TV-Events des amerikanischen Fernsehens, die nichts mit Sport zu tun haben. Die vorletzte Folge "Granite State" sahen live 6,6 Millionen Zuschauer - und das, obwohl die Episode gegen die Emmy-Verleihung, die letzte Folge der Serie Dexter und das Sonntag-Abend-Spiel der National Football League antreten musste. Über Video on Demand und Internetanbieter kamen am gleichen Abend noch einmal fast neun Millionen Zuschauer dazu. Natürlich sind die Zeiten vorbei, in der wie beim Ende der Serie M.A.S.H. 1983 etwa 106 Millionen Menschen vor dem Fernseher sitzen. Doch für das Breaking-Bad-Finale werden immerhin etwa 18 Millionen Zuseher (mehr als acht Millionen live, dazu knapp zehn Millionen noch am selben Abend per Aufzeichnung) erwartet.

Emmy Awards 2013

"Vielen Dank. Ich muss gehen"

In einer Zeit, in der das Ende des klassischen Fernsehprogramms proklamiert und eine Ära des Hintereinanderwegguckens prophezeit wird, ist Breaking Bad ein sonntagabendlicher Pflichttermin geblieben. Internetsender Netflix stellt bei House of Cards alle Folgen einer Staffel sogleich zur Verfügung, New Girl, Modern Family und How I Met Your Mother sehen mittlerweile mehr Menschen als Aufzeichnung denn zum Ausstrahlungszeitpunkt.

Doch nicht Breaking Bad! Walter White aka Heisenberg aka Mr Lambert wartet nicht auf Zuschauer. Um es mit seinen wohl bekanntesten Worten zu sagen: "Du hast eindeutig keine Ahnung, mit wem Du redest, also lass mich Dir einen Tipp geben: Ich bin die Gefahr! Ein Mann öffnet seine Tür und wird erschossen - und Du denkst, dass ich das bin? Nein! Ich bin der, der an die Tür klopft!"

Die Serie wird sonntags um 21 Uhr auf dem Sender AMC ausgestrahlt - und wer sie bis Montagmorgen nicht gesehen hat, der muss im Büro, in der Vorlesung oder im Internet damit rechnen, dass die Menschen über eine Folge diskutieren und alles verraten. Mittlerweile können die deutschen Fans die Serie ein paar Tage nach der amerikanischen Ausstrahlung sehen - bei Breaking Bad ist das schon eine zu lange Verzögerung, weshalb es mittlerweile Apps wie "Spoiler Foiler" gibt, die alle Tweets von der Twitter-Timeline schwärzen, die mit der Serie zu tun haben. Die funktionieren allerdings nur bedingt.

Breaking Bad ist womöglich die letzte Fernsehserie, der es gelingt, ihre Fans zur selben Uhrzeit vor der Mattscheibe zu versammeln - weil sie womöglich die beste Serie in der Geschichte ist. Im "Guinness Buch der Rekorde" ist sie bereits vermerkt als Show mit den besten Kritiken, die Homepage Metacritic wertet die Sendung mit 99 von 100 Punkten.