Fernsehen und StreamingDas sind die interessantesten neuen Serien

"Maniac" bietet große Gedankenakrobatik und schickt die Zuschauer durch die Erzählebenen. "Greyzone" dagegen unterfordert mit gewöhnlicher Krimidramaturgie.

Die Heiland

Romy Heiland ist eine Mischung aus Sissi und Jesus. Nicht nur ihr Name verspricht Sanftmut und Hilfsbereitschaft. Auch beruflich hat sie sich ganz der Gerechtigkeit und dem Dienst an der Allgemeinheit verschrieben: Heiland (Lisa Martinek) ist Anwältin. Sie hört, wenn jemand lügt. Romy Heiland ist blind.

Pamela Pabst, Deutschlands erste blinde Strafverteidigerin, dient als Vorlage für die Serie von Jana Burbach (Bad Banks) und Nikolaus Schulz-Dornburg (Just Push Abuba). Die Fälle, denen Heiland und ihre Assistentin nachgehen, sind jedoch fiktiv. Meist muten diese recht schemenhaft an, die Beweisführung arg an den Haaren herbeigezogen, und die Anwältin agiert eher als Hobbykriminologin denn als Rechtsbeistand. Trotzdem wirft der etwas aufgepfropft wirkende Inklusionsgedanke der Serie interessante Aspekte auf: Wie stark wird man als Sehender von einem äußeren Erscheinungsbild beeinflusst? Urteilt ein Blinder anders über denselben Sachverhalt, und was zählt vor Gericht?

Lesen Sie hier die vollständige Rezension von Anna Steinbauer.

Bild: Gordon Muehle/ARD 1. Oktober 2018, 20:122018-10-01 20:12:24 © SZ.de/jlag