bedeckt München 27°

Dschungelcamp 2017: Tag acht:"Ich bin keine Granate im Bett, aber ich bin nicht schlecht"

Dschungelcamp, RTL, Hanka Rackwitz

Findet Aufenthalte im Kohlekeller anregend: Hanka Rackwitz, 47 Jahre, Single.

(Foto: RTL)

Hanka Rackwitz fehlt der Sex im Camp. Und "Honey" vermisst ausreichend Klopapier.

Frage des Tages: Was macht eine gute Beziehung aus? In der Familie, einer Freundschaft und natürlich in der Liebe. Gehen wir's mal durch.

Familie. Hanka Rackwitz sieht im Camp - O-Ton Bewohner: "la grande familia" - Anzeichen für Dysfunktionalität, denn: "La grande familia will noch nicht mal Sex miteinander haben." Was Hanka nicht weiß, kurz zuvor hatte Alexander "Honey" Keen in der Dschungelprüfung erklärt: "Heute werde ich fürs Team alles schlucken." Der Wille ist also da, may the meat follow, wie Marc Terenzi sagen würde.

Freundschaft. Ist eigentlich nicht möglich zwischen Mann und Frau, findet Gina-Lisa Lohfink. Gut, sie wurde Minuten vorher von RTL zur Pärchen-Schatzsuche mit "Honey" gezwungen. Inklusive Übernachtung. Da sind solche Andeutungen genau das, was der Arbeitgeber von einem echten Show-Profi erwartet - und gleichzeitig beugt Reden echter Romantik vor. Gina-Lisa kleistert "Honey" also voll mit honigsüßen Worten, die Lobhudelei gipfelt im ultimativen Kompliment: "Du bist international." Heidi Klum dürften in diesem Moment Tränen des Stolzes in die Augen geschossen sein. (Apropos: Florian Wess tritt beim Abschied von Fräulein Menke den Beweis an, dass es doch eine freundschaftliche Verbundenheit zwischen Mann und Frau geben kann. Unter Tränen erklärt der Mann, den sie "Botox-Boy" nannten: "Hauptgrund ist eigentlich, dass sie der erste Mensch ist, der mir gezeigt hat, dass ich vor dem Älterwerden keine Angst haben muss.")

Dschungelcamp Gina-Lisa darf machen, was sie will
RTL-Dschungelcamp

Gina-Lisa darf machen, was sie will

Gina-Lisa Lohfink ist die Symbolfigur der Nein-heißt-Nein-Debatte. Jetzt zieht sie ins Dschungelcamp, wo peinlicher Kontrollverlust zelebriert wird. Ein Widerspruch? Nein, verdammt.   Von Johanna Bruckner

Liebe. Okay, seien wir ehrlich, am wichtigsten ist: Sex. Bei Hanka scheint deshalb Vorsicht angebracht, denn die sagt über sich selbst: "Ich bin keine Granate im Bett, aber ich bin nicht schlecht." Allerdings schiebt sie direkt hinterher, dass sie sich von Kohlekellern und Musketier-Filmen angetörnt fühle. Und Sperma für sie im Abgang schmecke wie Rhabarber. Die Frau hat also Phantasie, und die ist wichtiger als Wissen, das wusste schon Albert Einstein. (Dessen Spruch hängt im Übrigen als Wandtattoo über manchem deutschen Bett, aber das nur am Rande.)

Worüber wurde am Lagerfeuer gesprochen? Über schlechte Beziehungen. Sie war 17, er war 40. Sie verliebte sich in seine Muskeln, er brachte seine Hunde mit ins Bett. Sie hieß Kader, er tut eigentlich nichts zur Sache. Findet Kader zumindest rückblickend, was die Nachfrage von Mitcamperin Sarah Joelle Jahnel erklärt: "Meinste der lebt noch?" Noch mal Kader: "Schlechte Menschen leben immer noch."

Zum Thema Beziehungskiller: In einem sind sich alle Dschungel-Bewohner einig - wenn es nicht genug Klopapier gibt, ist alles aus. Familie, Freundschaft, Liebe, das Spiel. Hanka benutzt den Begriff "Menschenrecht". "Honey" erwägt, wegen der vermeintlichen Klorollen-Verknappung durch den Sender das Camp zu verlassen ("Bei Toilettenpapier hört bei mir die Grenze auf"). Marc ist sich keiner Schuld bewusst: "I shit in the pool." Und bei RTL macht man sich ins Höschen vor Lachen.

Tiere des Tages: der Menschenaffe. Im TV-Dschungel hört er auf den Namen Markus Majowski. Der wird an Tag acht zum Lustobjekt. Kader Loth hat den pretty boys (siehe oben) abgeschworen und sagt heute: "Wenn's geht, bitte einmal behaart. Wie ein Affe." Und über Markus: "Ich weiß nicht, was passiert, wenn wir wochenlang hier auf dem Berg leben." Mehr Sex hatte auch die Schatzsuche von Gina-Lisa und "Honey" nicht.

Und die Dschungelprüfung? Beinhaltet pürierte Kotzfrucht, Schweinesperma und Kuhurin. Und fünf Männer mit einem Prinzip: "Hervorragend lief, dass wir den Urin abgelehnt haben." (Zitat Markus Majowski) Nicht so hervorragend lief der Rest: drei von elf Sternen.

Satz für die TV-Annalen: "Ich will nicht Star genannt werden, weil ich kann ja nix." (Jens Büchner. Selbsterklärend.)

Wer muss das Camp verlassen? Sarah Joelle Jahnel.

Moral der Geschichte? Das bereits am Vortag abgewählte Fräulein Menke verabschiedete sich mit einem Bibel-Zitat: "Wer sich erhöht, der wird erniedrigt werden." Das ist natürlich falsch. Im Dschungel muss es korrekt heißen: "Wer RTL gehört, der wird erniedrigt."

"Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" TV-Kritiken zum Dschungelcamp 2017