FreizeitIst man je zu alt für eine neue Sportart?

Fünf Trainer berichten, wie es ist, wenn Erwachsene nochmal ganz von vorne anfangen - und Ballett, Parcours, Boxen, Schwimmen oder Surfen lernen.

Von Silke Stuck

Nicole Merkt, Schwimmtrainerin

"Die meisten wollen zu viel auf einmal. Wie im Job, so im Sport"

"Eine meiner Schülerinnen hat das ganze Jahr Kurse bei mir gebucht. Nicht weil sie tierisch ehrgeizig ist, sondern weil sie ein kleines Kind hat und nicht immer wieder neu mit ihrem Mann über freie Termine verhandeln möchte. Im Durchschnitt sind acht Personen in meinem Kurs, am Ende sind es oft nur noch drei, vier. Es erstaunt mich, wie schwer es für viele erwachsene Menschen ist, an etwas dranzubleiben. Die meisten, die zu mir kommen, merken, dass sie was für ihre Gesundheit tun müssen. Jetzt möchten sie die richtige Kraultechnik lernen. Gerade zu Beginn wollen viele zu viel auf einmal. Sie wollen zeigen, wer sie sind und was sie besser können. Wie im Job, so im Sport. Einige Erwachsene sind nicht ganz einfach in der Kritikfähigkeit. Ich versuche deswegen anfangs immer, die Kritik allgemein zu halten, je besser ich die Schüler kenne, desto individueller wird das Feedback. Ich empfehle allen, während des Kurses zu trainieren, und auch danach sollten sie weiter zweimal die Woche schwimmen gehen. Wer das schafft, schafft eigentlich alles."

Bild: Fritz Beck 3. November 2018, 06:102018-11-03 06:10:28 © Süddeutsche Zeitung Familie/bavo/eca/pvn