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Prinzessin Victoria heiratet:Royaler Rummel

Sorgen muss man sich im Schloss deshalb aber nicht machen. Die Republikaner sind in Schweden nach wie vor in der Minderheit und nehmen es mit Humor. Greiders Angriffe sind witzig, nicht wütend. "Ich habe das Königshaus nie richtig hassen können, obwohl ich es versucht habe", gesteht er an einer anderen Stelle in seinem Gedicht. Für Königin Silvia hegt der streitbare Schreiber sogar Bewunderung. "Sie ist der Teil des Königshauses, der am besten funktioniert", sagt er im Gespräch nach der Lesung. "PR-mäßig war sie eine enorme Bereicherung. Leider."

Greider lehnt die Monarchie nicht nur ab, weil er sie undemokratisch findet. Er fühlt sich von dem royalen Rummel auch emotional beeinträchtigt. "Unsere ganze Sicht auf Liebe und Beziehungen wird irgendwie geprägt durch dieses ständige Märchen, das uns da erzählt wird." Das Märchen geht so: Eine hübsche, junge Prinzessin verliebt sich im Fitness-Studio in ihren Trainer.

Weitere Prüfungen

Das Paar muss sich gegen den mächtigen König durchsetzen, der die Liaison seiner Tochter mit dem "Mann aus dem Volk" zunächst missbilligt. Und es gibt weitere Prüfungen. Zum Beispiel die "Liebeskrise am Hof", die kürzlich die Hochzeitsvorbereitungen überschattete, als Victorias Schwester Madeleine sich von ihrem untreuen Verlobten trennte. Oder die Nierentransplantation vor einem Jahr: Daniel Westling bekam ein Spenderorgan von seinem Vater, weil seine Niere durch eine Krankheit geschädigt war. Doch nach all diesen Prüfungen siegt am Ende natürlich die Liebe. So ist es immer.

Am 19. Juni wird also der Junge aus Ockelbo mit seiner Prinzessin (und ihrem Vater) vor den Altar treten, wo aus dem Fitnesstrainer ein Herzog wird. Anschließend wird das Paar im Triumph durch Stockholm ziehen, erst in einer Kutsche, dann in einem goldverzierten Holzboot. Die Massen werden den Brautleuten zujubeln, bevor Victoria und Daniel zum rauschenden Ball ins Schloss zurückkehren. Und dort leben sie dann glücklich bis an ihr Lebensende.

Oder nicht? Die Geschichte ist ja mit der Hochzeit längst nicht abgeschlossen. Wenn Daniel Westling Interviews gibt, dann wird er immer gefragt, ob seine Nierenkrankheit erblich ist. Sie ist es nicht. Die Frage mag auf den ersten Blick privat erscheinen. Aber Westlings Erbmasse ist jetzt eben auch eine Staatsangelegenheit, schließlich geht es um die Thronfolge.