Zirndorf:Nach Höhlendrama: Taucher sieht Handlungsbedarf

Lesezeit: 1 min

Zirndorf (dpa/lby) - Der bayerische Taucher, der bei dem Höhlendrama um zwölf junge Fußballspieler in Thailand als Helfer vor Ort war, sieht Nachholbedarf beim deutschen Katastrophenschutz. Nötig seien speziell ausgebildete Höhlentaucher, sagte Nick Vollmar am Mittwoch in seinem Heimatort Zirndorf im Landkreis Fürth. Bei gefluteten Bunkeranlagen, Tiefgaragen oder Kellergängen stießen die Hilfsorganisationen an ihre Grenzen. "Da kann ich einen normalen Feuerwehrtaucher nicht reinschicken. Der hat dann das gleiche Problem wie in einer Höhle."

Direkt aus dem dpa-Newskanal

Zirndorf (dpa/lby) - Der bayerische Taucher, der bei dem Höhlendrama um zwölf junge Fußballspieler in Thailand als Helfer vor Ort war, sieht Nachholbedarf beim deutschen Katastrophenschutz. Nötig seien speziell ausgebildete Höhlentaucher, sagte Nick Vollmar am Mittwoch in seinem Heimatort Zirndorf im Landkreis Fürth. Bei gefluteten Bunkeranlagen, Tiefgaragen oder Kellergängen stießen die Hilfsorganisationen an ihre Grenzen. „Da kann ich einen normalen Feuerwehrtaucher nicht reinschicken. Der hat dann das gleiche Problem wie in einer Höhle.“

Derzeit sehe der Katastrophenschutz solche speziell ausgebildeten Taucher nicht vor. „Das fehlt, da ist nichts da​“, sagte Vollmar. ​Zur Ausbildung als Höhlentaucher gehöre auch das Retten von Menschenleben, berichtete der 41 Jahre alte Tauchlehrer und IT-Spezialist bei einem für ihn organisierten Empfang von Landrat Matthias Dießl (CSU).​

Die jungen Fußballer und ihr Trainer waren am 23. Juni in der Tropfsteinhöhle Tham Luang-Khun Nam Nang Non rund 1000 Kilometer nördlich von Bangkok unterwegs, als ihnen Wassermassen den Rückweg abschnitten. Sie konnten erst nach 17 Tagen ans Tageslicht gebracht werden.

Vollmar ist von den Erlebnissen in Thailand immer noch tief bewegt: „Ich habe selbst zwei Kinder in dem Alter und kann mir vorstellen, was die Eltern durchgemacht haben.“ Er habe keine Sekunde gezögert, spezielle Ausrüstung in die Höhle zu bringen.

Vor Ort habe er einen Kommandanten der US Navy Seals davon überzeugen können, dass er und andere speziell ausgebildete Höhlentaucher die Militäroperation unterstützen durften. „Auch bei meiner Familie war die Nervosität groß. Ich habe mit ihnen täglich über WhatsApp Kontakt gehalten, damit sie wissen, es geht mir gut.“ Vollmar verbrachte zwölf Stunden in einem Teil der Höhle, hatte aber keinen Kontakt zu den eingeschlossenen Jungen.

Eine Aufgabe in Thailand sei es gewesen, die Tauchwege in die Höhle frei zu machen und abgerissene Stromleitungen und Kabel zu richten: „Wir sind mit einem Bündel Kabelbinder losgetaucht und haben alles festgemacht, was irgendwie rumhing.“ Er selbst sei einmal in einem Kabel hängen geblieben. Die Mission bezeichnete er als riskant. Ein thailändischer Taucher verlor dabei sein Leben. Vollmar war am Tag der Rettung des Fußballteams nicht mehr in Thailand. Eine fiebrige Erkältung zwang ihn vorher zum Rückflug.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Jetzt entdecken

Gutscheine: