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Zum Tod von Robin Williams:Das Robin-Williams-Syndrom

Er verkörperte den Radiomoderator Adrian Cronauer in "Good Morning, Vietnam" (1987, nominiert für den Oscar), den Lehrer John Keating in "Der Club der toten Dichter" (1989, ebenfalls eine Oscar-Nominierung), den Obdachlosen Parry in "König der Fischer" (1991, Golden Globe) - allesamt komische Rollen mit tragischem Hintergrund. Die prägende Rolle zu dieser Zeit war die des erwachsen gewordenen Peter Pan in "Hook", der das Kind in sich wiederentdecken muss - wie auch die von ihm verkörperten Figuren in "Jumanji", "Flubber" oder "Mrs. Doubtfire". In der Los Angeles Times war aufgrund dieser Rollenwahl vom "Robin-Williams-Syndrom" die Rede. "Die Menschen wollen dich festlegen", sagte Williams. "Doch warte kurz: Dieser kleine manische Typ hat diesen stillen Jungen gespielt und dann den total unheimlichen Kerl! Oh nein!"

Williams wollte unbedingt Rollen spielen, die ihn nicht nur komödiantisch herausforderten. Für die Darstellung des Psychologen Sean Maguire in "Good Will Hunting" bekam er 1998 den Oscar, für seine Rollen in "One Hour Photo" (als Stalker) und "Insomnia" (als Mörder eines Teenagers) wurde er von bedeutenden Kritikern gelobt. Für seine Rollen in "Der 200 Jahre Mann" und "Jakob der Lügner" wurde er indes für die Goldene Himbeere als schlechtester Schauspieler nominiert. Große Erfolge und gewaltige Niederlagen folgten dicht aufeinander - das ist schwer zu verkraften für einen, der sein Privatleben aufgegeben hat und sich über die Gunst der Öffentlichkeit definiert.

Zu dieser Zeit tauchten auch diese Stimmen wieder auf, diesmal existierten sie nur in seinem Kopf: "Diese Stimme sagt andauernd: ,Nur einen.' Doch wer das nicht kann, für den gibt es niemals nur einen Drink.", sagte Williams, als er sich nach 20 trockenen Jahren wieder in Entzug begeben musste. Er übernahm einige Jahre lang Nebenrollen in Filmen wie "Eine Nacht im Museum", "Lizenz zum Heiraten" oder "Der Klang des Herzens". In "Shrink" spielte er einen Hollywood-Star mit Alkoholproblem.

Rückkehr ins Fernsehen Ende 2013

Im Herbst vergangenen Jahres dann folgte die Rückkehr ins Fernsehen, was der Sender CBS so bewarb, als hätten sich die Beatles versöhnt und würden gemeinsam mit den Rolling Stones ein Konzert geben. Die erste Folge von "The Crazy Ones" sahen knapp 19 Millionen Amerikaner, am Ende der Spielzeit schalteten gerade noch 5,2 Millionen ein. Williams war witzig wie immer, doch hieß es, dass die von Youtube-Videos sozialisierte Generation nicht mehr viel mit dieser Art von Humor anfangen könne - die Serie wurde nach nur einer Saison abgesetzt.

"Er war ein wundervoller Mensch", sagt Masada. Jedoch habe er sowohl mit Erfolg als auch mit Niederlagen nur schlecht umgehen können. "Er hat in letzter Zeit mit schweren Depressionen gekämpft", sagt seine Agentin Mara Buxbaum. Vor wenigen Wochen begab er sich erneut in eine Entzugsklinik in Minnesota.

Am 11. August ist die Stimme von Robin Williams in seinem Haus im kalifornischen Tiburon verstummt.

Anmerkung der Redaktion: Wir haben uns entschieden, in der Regel nicht über Selbsttötungen zu berichten, außer sie erfahren durch die Umstände besondere Aufmerksamkeit. Der Grund für unsere Zurückhaltung ist die hohe Nachahmerquote nach jeder Berichterstattung über Suizide. Wenn Sie sich selbst betroffen fühlen, kontaktieren Sie bitte umgehend die Telefonseelsorge (http://www.telefonseelsorge.de). Unter der kostenlosen Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222 erhalten Sie Hilfe von Beratern, die schon in vielen Fällen Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen konnten.

© SZ.de/frdu/mikö/rus

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