Pop-Musik aus Osteuropa In den Schluchzern des Balkan

Früher war Turbofolk die Musik der harten Männer, die sich durch die Lande mordeten. Heute ist es etwas völlig anderes: Die ukrainische Sängerin Verka Serduchka beim Eurovision 2007.

(Foto: AFP)

Was Toleranz gegenüber Schwulen angeht, hat Ex-Jugoslawien einen katastrophalen Ruf. Dabei steht bald wieder das Hochamt aller queeren Osteuropäer bevor: Der Eurovision Song Contest

Von Nadia Pantel

Belgrad, Samstagnacht: In einer Seitenstraße hinterm Parlament parkt ein Polizeiwagen vor einer unscheinbaren Tür und bewacht das Pleasure, einen Club, in dem Menschen tanzen, deren sexuelle Neigungen in den Vorgaben der serbisch-orthodoxen Kirche nicht vorkommen. Überraschenderweise sieht es hier genauso aus wie in den trashigen Bum-Bum-Bum-Discos, in welche die braven Bürger gehen. Weiße Ledersofas, Frauen reiben sich an Stangen auf dem Tresen, die Musik verursacht Schmerzen. Es läuft Turbofolk.

Zur Erinnerung: Turbofolk klingt etwas nach Orient und stark nach Kirmes ...