bedeckt München 19°
vgwortpixel

Lieder gegen den Kapitalismus (Teil I):Gil Scott-Heron - Whitey On The Moon (1970)

Gil Scott-Heron, AFP

Gil Scott-Heron bei einem Konzert 2010

(Foto: AFP)

Gil Scott-Heron, einer der Ahnen des HipHop, hat diesen Song 1970 als 21-jähriger auf seinem Debütalbum "Small Talk at 125th & Lenox" veröffentlicht. Das Spoken-Word-Stück spießt über einem kargen Percussion-Background die Lebensbedingungen in Scott-Herons Heimat Harlem auf: Kapitalismus und Rassismus zeigen ihre hässliche Fratze - man kann das eine nicht ohne das andere verstehen. Die schwarze Unterschicht ist im postindustriellen Zeitalter aus kapitalistischer Sicht überflüssig geworden - der Mensch zählt nur, soweit mit ihm Rendite zu machen ist.

Entsprechend wütend sind die Verse: "You know, the man just upped my rent last night / 'Cos whitey's on the moon / No hot water, no toilets, no lights / But whitey's on the moon / I wonder why he's uppin' me / 'Cos whitey's on the moon? / Well, I was already givin' him fifty a week / And now whitey's on the moon"

Amerika feierte damals die erste Mondlandung - aber es ist das Amerika der Weißen. Der Fortschritt kommt nur den Privilegierten zugute. Während Milliarden in die Raumfahrt investiert werden, lässt man die schwarzen Bürger Amerikas unter Dritte-Welt-Bedingungen hausen.

Jonathan Fischer