Black Metal:"Ich muss das Land sehen, bevor es verschwindet"

Lesezeit: 5 min

"Mayhem in Leipzig".

"Are you dead?": Per Yngve Ohlin auf der Bühne des Leipziger Eiskellers.

(Foto: Detlef Zillmer/Bookra Verlag)

Schweineköpfe, Trabant-Abgase und Wäschekörbe voller Pflastersteine: Wie eine Tour durch die untergehende DDR die Black-Metal-Band "Mayhem" zur Legende machte.

Von Ulrike Nimz

Die Nacht, in der André "Abominoc" Alsleben zwischen Gut und Böse wählt, ist feucht und kalt. Nebel kriecht über den Boden des Friedhofs in Leipzig-Schönefeld. Die Grabkerzen flackern, als fürchteten sie den langhaarigen jungen Mann, der mit schnarrendem Walkman über den Totenacker streift. Alsleben, Metal-Fan und Kassettendealer, hat sein bestes Mixtape auf den Ohren. Das infernalische Gebrüll soll jeden Gedanken löschen und den Geist öffnen für die Mächte der Finsternis. Jeden Augenblick werden sich Klauen durchs verwurmte Erdreich bohren, man kennt das ja von Plattencovern. Doch als es Mitternacht schlägt, passiert: nichts. Die Toten sind tot, die Musik nur Musik und Abo Alsleben fortan immun gegen satanische Sehnsüchte, wie er sagt. Und vielleicht ist das die Voraussetzung, um mit der "bösesten Band der Welt" durch die untergegangene DDR zu touren.

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