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Golden Globe 2013:Affleck räumt mit "Argo" ab

Ein Schauspieler als bester Regisseur des besten Films: Ben Affleck, von vielen oft belächelt, setzt sich bei den Golden Globe Awards mit "Argo" durch. Der Favorit "Lincoln" enttäuscht mit nur einem einzigen Preis. Freuen können sich Michael Haneke und Christoph Waltz. Und was wäre Hollywood ohne den großen emotionalen Moment - diesmal lieferte ihn Jodie Foster.

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Producer and director Affleck poses with 'Argo' producers Heslov and Clooney after Affleck won Best Director and 'Argo' won Best Motion Picture Drama at the 70th annual Golden Globe Awards in Beverly Hills

Quelle: REUTERS

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Ein Schauspieler als bester Regisseur des besten Films: Ben Affleck, von vielen oft belächelt, setzt sich bei den Golden Globe Awards mit "Argo" durch. Der Favorit "Lincoln" enttäuscht mit nur einem einzigen Preis. Freuen können sich Michael Haneke und Christoph Waltz. Und was wäre Hollywood ohne den großen emotionalen Moment - diesmal lieferte ihn Jodie Foster.

"Argo"

Der beste Film des Jahres ist - zumindest wenn es nach der Auslandspresse Hollywoods geht - "Argo". Das Drama, das die aberwitzige, aber auf wahren Begebenheiten beruhende Geschichte der Befreiung einiger US-Bürger in Iran im Jahr 1980 erzählt, gewann den Golden Globe als Bestes Filmdrama. Ebenso nominiert gewesen waren "Django Unchained", "Life of Pi - Schiffbruch mit Tiger", "Lincoln" und "Zero Dark Thirty".

Freuen durfte sich ganz besonders Ben Affleck: Für seine dritte Arbeit hinter der Kamera durfte der Star auch noch den Globe für die Beste Regie entgegennehmen. Ein schöner Trost sicherlich, nachdem er vergangene Woche bei den Nominierungen für die Oscars in dieser Kategorie übergangen worden war.

Im Bild von links: Ben Affleck mit seinen Produzenten Grant Heslov und George Clooney

70th Annual Golden Globe Awards - Arrivals

Quelle: AFP

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Golden Globe 2013:"Les Misérables"

Bei den Golden Globes gibt es traditionell zwei "Beste Filme": Einmal in der Kategorie Drama, einmal in der Kategorie Komödie oder Musical. Der zweite Hauptpreis der diesjährigen Verleihung ging an die Neuverfilmung von "Les Misérables". Damit wurde der experimentelle Ansatz des Musicalfilms belohnt: Im Gegensatz zur üblichen Produktionsweise wurden die Schauspieler direkt beim Singen gefilmt, anstatt dass der Gesang separat aufgenommen wurde. In Deutschland läuft "Les Misérables" am 21. Februar an.

Das Nachsehen hatten "Best Exotic Marigold Hotel", "Moonrise Kingdom", "Lachsfischen im Jemen" und "Silver Linings".

Im Bild von links: Helena Bonham Carter, Sacha Baron Cohen, Amanda Seyfried, Eddie Redmayne, Anne Hathaway und Hugh Jackman - der Cast von "Les Misérables"

70th Annual Golden Globe Awards - Arrivals

Quelle: AFP

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Golden Globe 2013:"Lincoln"

Wie "Les Misérables" ebenfalls noch nicht in deutschen Kinos zu sehen, doch in den USA schon begeistert aufgenommen worden ist "Lincoln". Der historische Polit-Thriller um den Präsidenten und seinen dramatischen Kampf gegen die Sklaverei war mit sieben Nominierungen der Favorit für die diesjährigen Golden Globes.

Nun gingen zwar sechs begehrte Preise, darunter Bester Film und Beste Regie, an andere - immerhin aber durfte Daniel Day-Lewis den Golden Globe als Bester Hauptdarsteller in einem Drama entgegennehmen. Enttäuscht wurden hingegen Richard Gere ("Arbitrage"), John Hawkes ("The Sessions"), Joaquin Phoenix ("The Master") und Denzel Washington ("Flight").

Der weibliche Gegenpart zu Day-Lewis ...

Im Bild: Daniel Day-Lewis mit seinem Golden Globe für "Lincoln"

70th Golden Globe Awards - Press Room

Quelle: dpa

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Golden Globe 2013:"Zero Dark Thirty"

... ist in diesem Jahr Jessica Chastain. Die 35-Jährige, bekannt unter anderem aus "Tree of Life" und "The Help", verkörpert in Kathryn Bigelows Polit-Thriller "Zero Dark Thirty" die CIA-Agentin Maya, die sich in der Suche nach dem Terroristen Osama bin Laden verfängt.

Ihre Darstellung überzeugte die Auslandspresse in Hollywood noch mehr als die Auftritte von Marion Cotillard ("Der Geschmack von Rost und Knochen"), Helen Mirren ("Hitchcock"), Naomi Watts ("The Impossible") und Rachel Weisz ("The Deep Blue Sea").

Im Bild: Jessica Chastain mit ihrem Golden Globe für "Zero Dark Thirty"

70th Annual Golden Globe Awards - Arrivals

Quelle: AFP

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Golden Globe 2013:"Les Misérables"

Wie auch in der Kategorie Bester Film gibt es auch bei den Hauptdarstellerpreisen der Golden Globes doppelte Gewinner: Während Day-Lewis als Abraham Lincoln im Bereich Drama gewann, holte sich im Bereich Komödie/Musical der Australier Hugh Jackman die Auszeichnung als Bester Hauptdarsteller. 

Links liegen ließ Jackman so Jack Black ("Bernie"), Bradley Cooper ("Silver Linings"), Ewan McGregor ("Lachsfischen im Jemen") und Bill Murray ("Hyde Park on Hudson").

Im Bild: Hugh Jackman mit seinem Golden Globe für "Les Misérables"

Jennifer Lawrence holds the award she won for Best Actress in a Motion Picture, Comedy or Musical for her work in 'Silver Linings Playbook' backstage at the 70th annual Golden Globe Awards in Beverly Hills

Quelle: REUTERS

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Golden Globe 2013:"Silver Linings"

Weiter auf dem Weg ganz nach oben ist die 22-jährige Jessica Lawrence: Sie wurde für ihren Auftritt als Tiffany in "Silver Linings" zur Besten Hauptdarstellerin in einer Komödie gekürt. Lawrence, die ihren Durchbruch mit der Verfilmung des Teenie-Bestsellers "The Hunger Games" hatte, setzte sich gegen die wesentlich etablierteren Kolleginnen Emily Blunt ("Lachsfischen im Jemen"), Judi Dench ("The Best Exotic Marigold Hotel"), Maggie Smith ("Quartet") und Meryl Streep ("Wie beim ersten Mal") durch.

Im Bild: Jennifer Lawrence mit ihrem Golden Globe für "Silver Linings"

Chistoph Walz poses backstage with his award for best supporting actor in a motion picture for 'Django Unchained' at the 70th annual Golden Globe Awards in Beverly Hills

Quelle: REUTERS

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Golden Globe 2013:"Django Unchained"

Bei den Nebendarstellern machen die Golden Globes keinen Unterschied zwischen Drama, Komödie oder Musical. Bei den Männern triumphierte in diesem Jahr der Deutsch-Österreicher Christoph Waltz für seinen Auftritt als Kopfgeldjäger in Quentin Tarantinos "Django Unchained", der am 17. Januar in die deutschen Kinos kommt.

"Lasst mich erst mal Luft schnappen", so Waltz nach der Bekanntgabe des Preises. Er überstrahlte in den Augen der Auslandspresse Hollywoods nicht nur seinen Filmpartner Leonardo DiCaprio, der ebenfalls für "Django" nominiert war, sondern auch Alan Arkin ("Argo"), Philip Seymour Hoffman ("The Master") und Tommy Lee Jones ("Lincoln").

Im Bild: Christoph Waltz mit seinem Golden Globe für "Django Unchained" 

Anne Hathaway on stage at the Golden Globe Awards in Beverly Hills

Quelle: REUTERS

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Golden Globe 2013:"Les Misérables"

Als Beste Nebendarstellerin waren in diesem Jahr Amy Adams ("The Master"), Sally Field ("Lincoln"), Helen Hunt ("The Sessions") und Nicole Kidman ("The Paperboy") nominiert. Als Gewinnerin ging jedoch Anne Hathaway für ihre Gesangsrolle in "Les Misérables" hervor.

Im Bild: Anne Hathaway mit ihrem Golden Globe für "Les Misérables"

Jodie Foster, Golden Globe, Homosexualität

Quelle: REUTERS

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Golden Globe 2013:Jodie Foster

Und noch eine Schauspielerin durfte sich besonders geehrt fühlen: Jodie Foster. Die Auszeichnung für ihre Verdienste um die Filmkunst war schon vorab bekannt - Fosters lange Dankesrede nicht. Wie offen die als zurückhaltend geltende Schauspielerin und Regisseurin, die vor kurzem ihren 50. Geburtstag feierte, über ihre Homosexualität sprach, überraschte viele.

"Das hier ist keine Coming-out-Rede, denn mein Coming-out hatte ich schon vor etwa 1000 Jahren, damals im Steinzeitalter", so Foster. Sie habe gelernt, ihr Privatleben lange geheim zu halten. "Wenn ihr für ein Leben hättet kämpfen müssen, das sich real und ehrlich und trotz aller Hindernisse normal anfühlt, dann würdet ihr die Privatsphäre vielleicht ebenfalls als das Wichtigste bewerten." Bei Twitter löste Foster umgehend eine - überwiegend positive - Kommentarflut aus.

Im Bild: Jodie Foster bei der Dankesrede für den Cecil B. Demille Award

Quentin Tarantino, winner of Best Screenplay - Motion Picture, for 'Django Unchained' on stage at the Golden Globe Awards in Beverly Hills

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Golden Globe 2013:"Django Unchained"

Etwas kontroverser verläuft derzeit die Debatte über Quentin Tarantino und seinen Sklaverei-Film "Django Unchained"  Noch in der vergangenen Woche dürfte sich Tarantino - ähnlich wie Ben Affleck - über die ausgebliebene Oscar-Nominierung für die beste Regie geärgert haben. Nun gab es in Beverly Hills stattdessen den Golden Globe für das Beste Drehbuch. Ab dem 17. Januar ist auch in deutschen Kinos zu sehen, ob der Preis verdient ist.

Im Bild: Quentin Tarantino mit dem Golden Globe für das Drehbuch von "Django Unchained"

Presenters Sylvester Stallone and Arnold Schwarzenegger greet Michael Hanekeat the Golden Globe Awards in Beverly Hills

Quelle: REUTERS

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Golden Globe 2013:"Liebe"

Der Österreicher Michael Haneke kann sich vor Auszeichnungen weiter kaum retten. Für sein Altersdrama "Liebe" bekam er bereits im vergangenen Jahr unter anderem die Goldene Palme von Cannes und den Europäischen Filmpreis, am 10. Januar machte er mit ganzen fünf Oscar-Nominierungen Schlagzeilen.

Bei den Golden Globes, dem wichtigen Stimmungstest für die Oscars, überzeugte Haneke nun ebenfalls: Er durfte die Auszeichnung für den Besten fremdsprachigen Film entgegennehmen.

Im Bild: Michael Haneke nimmt von Landsmann Arnold Schwarzenegger und dessen Kollegen Sylvester Stallone den Golden Globe entgegen

Claire Danes, winner for Best Actress in a Television Series, Drama for 'Homeland,' poses with award backstage at the 70th annual Golden Globe Awards in Beverly Hills

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Golden Globe 2013:"Homeland"

Obwohl die Golden Globes vor allem als Filmpreise bekannt sind - auch Fernseh-Produktionen werden bei der Verleihung bedacht. Oder um es mit den Moderatorinnen des Abends, Tina Fey und Amy Poehler, zu sagen: "Nur bei den Golden Globes zeigen sich die schönen Menschen des Films neben den Rattengesichtern aus dem Fernsehen".

Als Beste Fernsehserie (Bereich Drama) setzte sich diesmal "Homeland" durch (ab Februar in Deutschland bei Sat 1 zu sehen). Nicht nur die Serie als Ganzes, auch die persönlichen Leistungen von Claire Danes (als Beste Schauspielerin) und Damian Lewis (als Bester Schauspieler) wurden bei den Golden Globes ausgezeichnet.

Im Bild: Claire Danes mit ihrem Golden Globe für "Homeland"

70th Golden Globe Awards - Press Room

Quelle: dpa

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Golden Globe 2013:"Girls"

Parallel zur Sparte Film gibt es auch für Fernsehproduktionen separate Golden Globes für Komödien und Musicals. Als beste Serie in letzterem Bereich siegte diesmal "Girls" - die Geschichte einiger junger Frauen im nicht ganz so glamourösen New York. 

Als Beste Schauspielerin in einer TV-Serie (Komödie oder Musical) gewann "Girls"-Erfinderin Lena Dunham gleich auch noch. Bei den Männern überzeugte Don Cheadle in der Serie "House of Lies".

Im Bild: Zosia Mamet (inks), Lena Dunham und Allison Williams mit dem Golden Globe für "Girls"

Handout of hosts Fey and Poehler performing on stage at the 70th annual Golden Globe Awards in Beverly Hills

Quelle: REUTERS

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Golden Globe 2013:Tiny Fey und Amy Poehler

Die Golden Globe Awards sind in den USA der wichtigste Filmpreis nach den Oscars und der wichtigste Fernsehpreis nach den Emmys. Der Verband der Hollywood-Auslandspresse (HFPA) vergibt die Trophäen seit 1944. Über die Gewinner entscheidet eine Gruppe von internationalen Journalisten, die seit langem in Hollywood arbeiten.

Moderieren durften diesmal die Komikerinnen Tina Fey (berüchtigt auch hierzulande spätestens seit ihren Auftritten als Sarah Palin) und Amy Poehler (die gerne Hillary Clinton gibt).

Die Golden Globes im Bereich Kino gelten international nicht zuletzt als Stimmungstest für die Oscar-Verleihung. Diese findet am 24. Februar statt, viele der Globe-Preisträger sind auch dann unter den Nominierten.

Im Bild: Tina Fey (links) und Amy Poehler bei der Moderation der Golden Globes

© Süddeutsche.de/dpa/AFP/ihe/leja
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