Future Brown

Gut, dass es mit dem futuristischen Culture-Clash-Sound von Future Brown in dieser Woche auch Musik zur Zeit zu bestaunen gab: "Talkin Bandz" ist die dritte Single der vierköpfigen, Underground-Supergroup um die im Senegal geborene und in Kuwait aufgewachsene Wahllondonerin Fatima Al Qadiri (ihres Zeichens die Strategin hinter einem Konzeptalbum namens "Asiatisch" aus dem Mai, das eindrucksvoll mit asiatischen Motiven und Dubstep experimentierte).

Eine wahre Wucht ist es, wie elegant sich Future Brown durch allerlei Genres und Kulturräume manövrieren, durch britischen Grime, R'n'B, Kudoro aus Angola und jamaikanischen Dancehall, Reggaeton und Chicago Drill-Hip-Hop. Das Wundersame dabei: Nichts ist hier zu viel, nichts hakt oder poltert. Jeder Ton fügt sich in die große globale Vision des Quartetts, das seit September zum Aphex-Twin-Label Warp gehört.

Ein wunderbar aufgeräumtes Update des Global Ghetto-Tech einer M.I.A., deren Debütalbum "Arular" nächstes Jahr bereits zehn Jahre alt wird - ihr alter Kreativpartner DJ Diplo veröffentlichte übrigens passenderweise schon in dieser Woche sein richtungsweisendes Debüt "Florida" zum Zehnjährigen in einer Neuauflage. Time is running. Wenn Popmusik 2015 aber so klingt wie "Talkin Bandz", dann bitte ganz schnell her damit!

Bild: Warp 10. Dezember 2014, 09:552014-12-10 09:55:41 © SZ vom 10.12.14/danl