Typologie der Büroradler Wo sich der Konkurrenzkampf unter Kollegen wirklich entscheidet

Job Typologie der Büroradler

Höher, weiter, schneller: Mancher Kollege verbraucht seinen Ehrgeiz schon vor der Ankunft im Büro.

(Foto: iStockphoto; Illustration Jessy Asmus)

Gibt es etwas Schöneres, als mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren? Leider hatten die Kollegen die gleiche Idee.

Von Friederike Zoe Grasshoff, Oliver Klasen und Violetta Simon; Illustrationen Jessy Asmus

Ist es nicht herrlich, dass die Straßen im Sommer plötzlich wieder so schön lebendig sind, voller Radfahrer, die sich des Lebens, des Weges freuen? Wäre da nicht der Mensch in seinem ganzen Menschsein. Kaum ist es draußen mehr als 18 Grad warm, geht es auch schon los: Fußgänger versus Autofahrer, Radfahrer versus Radfahrer - versus noch mehr Radfahrer. Und im Juli eskaliert der Verkehr in der Regel zuverlässig. Jeder, der die Strapazen in Bus und Bahn und Schienenersatzverkehr noch in den Knochen hat, meint nämlich, zum Sommer hin eine super Idee zu haben: Er besteigt morgens sein Fahrrad, das Beförderungskosten und Wartezeiten spart, umweltfreundlich ist und nebenbei auch noch gesund hält.

Mag schon sein. Aber wer auf dem Fahrrad jeden Tag ins Büro fährt, ist auch Überholmanövern, schmalen Fahrradwegen und vor allem Kollegen ausgesetzt. Kollegen, die erst befördert wurden und jetzt mit ihrem 4000-Euro-E-Bike an einem vorbeiziehen. Kollegen, die auf der Mitte des Radwegs herumschleichen und eine allgemeine Gefahr darstellen. Kollegen, die man sowieso schon acht Stunden am Tag sieht. Eine Typologie der Büro-Radler.