Studiengänge nur für Frauen Mit Handkuss zum Job

Ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt sind ausgezeichnet: "Firmen nehmen gut ausgebildete Absolventinnen derzeit mit Kusshand", sagt Susanne Ihsen. Angesichts des Fachkräftemangels umwerben einige Unternehmen sogar gezielt die weiblichen Technikexperten. "Viele Firmen wenden sich verstärkt mit einer frauenfreundlichen Policy nach außen." Häufig fällt dabei der Begriff "Soft Skills". Frauen bringen mitunter eher Kommunikationstalent und Teamfähigkeit mit als Männer.

Auch Frauen können Technik - man muss sie nur lernen lassen.

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Doch dieses Argument sehen die meisten Professorinnen skeptisch: "Es ist nicht die Aufgabe der weiblichen Fachfrau, soziales Schmieröl zu liefern", findet Susanne Ihsen. Ähnlich sieht es Ulrike Schleier: Mit solchen Klischees stelle man die Frauen wieder in eine Ecke. "Ich kenne Studentinnen, die total unkommunikativ sind", sagt sie.

Es gibt viele Gründe, warum sich Studentinnen für Frauenstudiengänge entscheiden: Einige haben etwa im Informatikunterricht in der Schule schlechte Erfahrungen gemacht. Andere scheuen die Konkurrenz zu Männern unter den Kommilitonen. "Männliche Studienanfänger bringen oft ein diffuses Halbwissen mit", hat Heide-Rose Vatterrott beobachtet. "Das kann Studentinnen anfangs einschüchtern."

Ob in Stralsund, Berlin oder Wilhelmshaven - eines haben alle Frauenstudiengänge gemeinsam: Sie sind inhaltlich genauso anspruchsvoll wie gemischte Angebote. Das ist den männlichen Kommilitonen anfangs oft nicht klar: "Viele männliche Erstsemester geben dumme Kommentare ab und unterstellen, das Frauenstudium sei leichter", sagt Ulrike Schleier. Die Bemerkungen reichten von "E Light" bis hin zu "Puddingstudium".

Katharina Müller studiert mittlerweile im dritten Semester. Und schon jetzt hat sie sich ein beachtliches Fachwissen angeeignet. Ihre männlichen Bekannten haben akzeptiert, dass sie ein Informatikstudium absolviert - und bitten die junge Frau bei Computerfragen um Rat.