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Studenten auf der Walz:Das Wandern ist des Designers Lust

Was Handwerker können, können Studenten schon lange: Zwei junge Designer trampen zehn Wochen lang auf der Walz durch Deutschland. Vor der Abreise erzählen sie, warum - und welche Situation sie lieber nicht erleben wollen.

Maria Holzmüller

Philipp Bertisch und Marcel Günthel gehen auf die Walz. Nicht als Zimmermänner, sondern als Studenten der Visuellen Kommunikation an der Bauhaus-Universität Weimar. Die beiden Designer schreiben ihre Diplomarbeit über eine zehnwöchige Reise durch Deutschland unter dem Motto: Wir gehen schon mal vor. Ihr Ziel: Unterwegs kleine Unternehmen durch kreative Unternehmensberatung zu unterstützen. Auf Facebook werden sie ihre Walz täglich dokumentieren. Im Interview erzählen sie, welche Vorbereitungen sie getroffen haben, welche Tracht sie auf der Walz tragen und was das Schlimmste ist, das ihnen passieren könnte.

Studenten auf der Walz

Studenten auf der Walz: Marcel Günthel und Philipp Bertisch von der Bauhaus-Universität Weimar reisen zehn Wochen lang gemeinsam durch Deutschland.

(Foto: "das Schmott")

sueddeutsche.de: Sie werden zehn Wochen lang gemeinsam auf Walz durch Deutschland reisen. Wie haben Sie sich vorbereitet?

Marcel Günthel: Wir haben jetzt erst einmal für den "Worst Case" eingekauft: Zelte, Decken, Luftmatratzen. So dass wir auch dann gut überleben, wenn uns niemand aufnimmt.

Philipp Bertisch: Und wir haben unsere Facebook-Seite eingerichtet, auf der wir jeden Tag über unsere Erfahrungen berichten werden.

sueddeutsche.de: Wie sieht der Plan für die zehn Wochen aus?

Bertisch: Wir werden trampen und immer in den Ort mitfahren, in den der Fahrer unterwegs ist. So hoffen wir, Kontakte zu Unternehmen vor Ort zu bekommen, wo wir arbeiten können. Unsere Route ist also dem Zufall überlassen.

Günthel: Von den Unternehmen wollen wir lediglich eine Unterkunft und Verpflegung für ein paar Tage, kein Gehalt. Schon ein Platz zum Zelten im Garten würde reichen. Im Idealfall geben wir also die gesamten zehn Wochen kein Geld aus - genau wie die Handwerker auf der Walz.

sueddeutsche.de: Wieso gehen Sie als Designer überhaupt auf die Walz?

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