Arbeitsmarkt - Saarbrücken:Saarland: Kurzarbeit-Anzeigen und Arbeitslosigkeit gestiegen

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Das Logo der Bundesagentur für Arbeit (BA) steht auf einer Säule vor der Zentrale. Foto: Daniel Karmann/dpa/Symbolbild (Foto: dpa)

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Saarbrücken (dpa/lrs) - Im Saarland dauert der starke Anstieg bei Kurzarbeit-Anzeigen in der Corona-Krise an. Rund 10 000 Betriebe hätten in dem Bundesland bislang Kurzarbeit angezeigt, teilte die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Saarbrücken am Donnerstag mit. In den Anzeigen waren 133 000 Beschäftigte angegeben.

"Die Anträge bedeuten noch nicht deren Realisierung", teilte die Behörde mit. Zunächst gehe es um eine grundsätzliche Genehmigung für die nächsten Monate. "Erst nach drei Monaten kann festgestellt werden, in welchem Umfang kurzgearbeitet wurde." Die überwiegende Anzahl der Anträge kam demnach aus dem Gesundheitswesen sowie aus der Gastronomie und sonstigen Dienstleistungen wie Friseursalons.

"Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise haben den saarländischen Arbeitsmarkt vollständig verändert - die sonst übliche Frühjahrsbelebung am Arbeitsmarkt ist in diesem Jahr kein Thema", sagte Heidrun Schulz, Chefin der Regionaldirektion in Saarbrücken. "Mehr Anzeigen für Kurzarbeit und Arbeitslosmeldungen dominieren derzeit das Geschehen. Wir stehen vor einer großen Herausforderung."

Viele Branchen verzeichneten massive Einbußen und überlegten, wie es weitergehen könne. "Um die Zeit der Krise zu überwinden und Beschäftigte zu halten, greifen Unternehmen auf Kurzarbeit zurück", sagte Schulz einer Mitteilung zufolge. "Neben der Industrie sind auch Dienstleistungsbereiche betroffen. Dass Kurzarbeit in diesem Umfang in Anspruch genommen wird, bewerte ich unter den Umständen positiv."

Die Zahl der arbeitslosen Frauen und Männer stieg deutlich. Nach Angaben der Regionaldirektion waren im April 38 000 Menschen erwerbslos, das sind 3600 oder 10,5 Prozent mehr als vier Wochen zuvor. Vor einem Jahr wurden 6300 oder 19,7 Prozent Arbeitslose weniger gezählt. Die Arbeitslosenquote lag bei 7,1 Prozent. Vor einem Monat betrug sie 6,4 Prozent und vor einem Jahr 6,0 Prozent.

"Die konkreten Auswirkungen der Corona-Krise auf den Ausbildungsmarkt können wir derzeit noch nicht beziffern", sagte Schulz. Sie gehe davon aus, dass einige Ausbildungsstellen nicht wie geplant besetzt würden. "Wichtig ist, dass wir die jungen Menschen nicht im Stich lassen. Wir führen Gespräche mit unseren Arbeitsmarktpartnern und suchen gemeinsam nach Lösungen." Berufsberater stünden zur Verfügung.

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