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Schmerzmittel:Cannabis ist endlich raus aus der Schmuddelecke

Hanf-Pflanzen

Im Feature "Shit Happens" schildert Kai Laufen, wie Cannabis zunehmend legalisiert wird.

(Foto: Oliver Berg/dpa)

Es ist gut, dass die Droge nun für Schwerkranke erhältlich ist. Kritiker sollten sich klarmachen: Es gibt etliche Substanzen in der Medizin, die gefährlich, aber weitaus weniger wirksam sind.

Eine gute Nachricht! Es ist durchweg erfreulich, dass Cannabis schon bald auf Rezept verordnet werden kann. Nicht nur in ausführlich zu begründenden Ausnahmefällen, sondern für viele Patienten mit schweren Erkrankungen oder auszehrenden Leiden.

Ebenso erfreulich ist es, dass der Bundestag einstimmig dafür gestimmt hat. Dieses Votum zeugt nicht nur von Einsicht, sondern auch von einem Wandel der gesellschaftlichen Wahrnehmung, der den medizinischen Gebrauch der Droge nicht länger in der Schmuddelecke belassen will.

Der therapeutische Nutzen der Hanf-Präparate ist schon länger belegt. Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass Cannabinoide in der Behandlung dazu beitragen, dass Schmerzen gedämpft, Krämpfe gelöst, Entzündungen gehemmt werden, sich Übelkeit legt und der Appetit steigt. Cannabis ist kein Allheilmittel, aber es hilft - sowie das für die meisten Medikamente auf dem Markt gilt: Sie machen das Leiden erträglicher, können aber keine Heilung bewirken. Es geht um Linderung, nicht um Rausch.

Statt gleich die Rauschgifthölle oder den Beginn einer Drogenkarriere zu fürchten, wenn Cannabis zur Therapie verschrieben wird, sollten sich Kritiker der Liberalisierung klarmachen: Es gibt etliche Substanzen in der Medizin, die den Bewusstseinszustand verändern und potenziell gefährlich sind, aber weitaus weniger wirksam als Cannabis

© SZ.de/bart/fehu
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