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Gesundheit - Potsdam:Linke fordert Lösung für Transport Älterer zu Corona-Impfung

Brandenburg
Sebastian Walter, Fraktionsvorsitzender Die Linke Brandenburg, spricht. Foto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa (Foto: dpa)

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Potsdam (dpa/bb) - Brandenburgs Linksfraktionschef Sebastian Walter dringt auf eine schnelle Lösung für den Transport älterer Menschen zu den Corona-Impfungen. Aus dem Impfchaos drohe "eine Impflotterie zu werden", sagte Walter der Deutschen Presse-Agentur. "Es gibt immer noch keine Klärung, was jetzt eigentlich passiert, wenn die Menschen nicht von selbst zu den Impfungen kommen." Das müsse über Krankentransporte und Taxis organisiert werden für Menschen, die allein nicht in der Lage dazu seien. Corona-Risikogruppen müssten außerdem von den Kommunen für Impftermine angeschrieben werden. Walter hatte der rot-schwarz-grünen Landesregierung Scheitern vorgeworfen.

Nach Kritik auch aus Kommunen hatte die Landesregierung von Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) am Mittwoch mit Landräten und Oberbürgermeistern Maßnahmen vereinbart, damit das Impfen besser vorankommt. Geplant sind nun 18 statt 11 Impfzentren - eines in jedem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt bis möglichst Ende Februar. Bisher fehlten Zentren in den Kreisen Prignitz, Havelland, Spree-Neiße und Oberspreewald-Lausitz. Mehr mobile Impfteams sollen das Impfen in Pflegeheimen verstärken. Auch Krankenhäuser und der Katastrophenschutz sollen Unterstützung leisten. Für ältere Menschen, die schlecht mobil sind, soll ein wohnortnahes Angebot bereitstehen.

Das Gesundheitsministerium verwies darauf, dass Gespräche zum Transport Älterer liefen. "Eine Übernahme von Taxikosten wie zum Beispiel in Berlin ist in Brandenburg im Moment nicht geplant", sagte Sprecher Dominik Lenz. "Wir sind aber unter anderem mit den Kommunen im Gespräch, wie über 80-Jährige, die keine Unterstützung aus dem familiären oder nachbarschaftlichen Umfeld für die Fahrt ins Impfzentrum bekommen, unterstützt werden können."

Der Linksfraktionschef wertete es positiv, dass die Landesregierung einen Schwerpunkt bei der Impfung von Alten- und Pflegeheimen setzen will. "Insgesamt aber reichen die Ergebnisse nicht aus, denn es sind nicht mehr als Absichtserklärungen", sagte Walter. Nötig seien klare zeitliche Vorgaben.

Seit dem 27. Dezember haben bisher 37 993 Menschen im Land eine Schutzimpfung gegen das Coronavirus erhalten. Das ist nach Angaben des Gesundheitsministeriums ein Plus von 4195 im Vergleich zum Vortag. Bis Mitte Februar sollen nach Plänen von Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) alle Pflegeheimbewohner geimpft werden, bis zum Sommer möglichst 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung - das sind 1,5 bis 1,75 Millionen Brandenburger. Zunächst sind Bewohner und Personal in Pflegeheimen sowie Medizinpersonal und über 80-Jährige an der Reihe.

Der Wert neuer Corona-Ansteckungen pro 100 000 Einwohner innerhalb einer Woche geht in Brandenburg zurück. Er lag am Samstag bei rund 235. Am vergangenen Montag betrug der Wert knapp 300, das Ziel von Bund und Ländern ist aber ein Niveau von unter 50. Corona-Schwerpunkt bleibt der Landkreis Ostprignitz-Ruppin, der fast 408 neue Infektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb einer Woche meldete. Über einem Wert von 200 sind touristische Ausflüge und Sport im Radius von 15 Kilometer um die Landkreisgrenze sowie Versammlungen verboten. Bund und Länder beraten am Dienstag über mögliche Verschärfungen.

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