Gesundheit:EMA überprüft Abnehm- und Diabetesmittel auf Risiken

Einige Medikamente ermöglichen einen Gewichtsverlust von etwa 15 Prozent - bergen aber möglicherweise auch unerwünschte Risiken. (Foto: imago stock&people/Westend61)

Anlass sind Patientenberichte über Fälle von Suizidgedanken und Selbstverletzungen. Konkret geht es um die teils gehypten Arzneimittel Ozempic, Wegovy und Saxenda.

Der Sicherheitsausschuss der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) hat mit der Überprüfung mehrerer Abnehm- und Diabetesmedikamente begonnen. Überprüft würden insbesondere Daten über das Risiko von Selbsttötungsgedanken und Gedanken an Selbstverletzung unter anderem bei den Arzneimitteln Ozempic und Wegovy (Wirkstoff Semaglutid) sowie Saxenda (Wirkstoff Liraglutid), teilte die EMA in Amsterdam mit. Konkret geht es um sogenannte GLP-1-Rezeptor-Agonisten.

Die Überprüfung sei von der isländischen Arzneimittelbehörde veranlasst worden, nachdem Berichte über Suizidgedanken und Selbstverletzungen bei Patienten, die Liraglutid und Semaglutid einnahmen, aufgefallen waren. Bislang haben die Behörden etwa 150 Berichte über mögliche Fälle von Selbstverletzungen und Selbsttötungsgedanken erhalten und analysieren diese. Die Überprüfung werde voraussichtlich im November abgeschlossen.

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Arzneimittel mit den beiden Wirkstoffen seien weit verbreitet und es sei noch nicht klar, ob die gemeldeten Fälle mit den Mitteln selbst oder mit den Grunderkrankungen der Patienten oder anderen Faktoren zusammenhängen, erklärte die EMA. In sozialen Medien wird der Wirkstoff Semaglutid gehypt, auch weil einige Prominente damit abgenommen haben sollen. So erwähnte Tech-Milliardär Elon Musk auf die Frage nach dem Geheimnis seines Aussehens neben dem Fasten den Namen der Arznei Wegovy.

Das für viel Aufsehen sorgende Abnehmmittel soll Ende Juli auch in Deutschland auf den Markt kommen, hatte der Chef des dänischen Herstellers Novo Nordisk kürzlich mitgeteilt. Wegovy mit dem ursprünglich gegen Diabetes entwickelten Wirkstoff Semaglutid ist seit Anfang 2022 in der EU zugelassen und soll zusammen mit einer Diät und Bewegung bei Gewichtsverlust und -kontrolle unterstützen. Studien zufolge ermöglicht es im Schnitt einen Gewichtsverlust von etwa 15 Prozent.

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