Neue Heizung:Kraftwerk im Keller

Lesezeit: 3 min

Pellets, KWK-Anlagen, Wärmepumpen: Bei der Heizungsmodernisierung gibt es mehr als eine Möglichkeit.

Von Ralph Diermann

Auch wenn die Preise für Heizöl, Erdgas und Fernwärme in den vergangenen Monaten nachgegeben haben: "Das Heizen bleibt teuer" heißt es im "Heizspiegel 2009", der kürzlich vom Deutschen Mieterbund und der Energiesparinitiative CO2-Online vorgestellt wurde. Im vergangenen Jahr gaben die Bundesbürger im Durchschnitt 17 Prozent mehr für Heizwärme aus als im Vorjahr.

Neue Heizung: Stäbchen aus gepressten Sägespänen helfen, die Heizkosten zu reduzieren. Das Motiv zeigt den Material-Einschub eines Pelletkessels. Dank moderner Technologie können Pellets heute optimal dosiert werden.

Stäbchen aus gepressten Sägespänen helfen, die Heizkosten zu reduzieren. Das Motiv zeigt den Material-Einschub eines Pelletkessels. Dank moderner Technologie können Pellets heute optimal dosiert werden.

(Foto: Foto: ddp)

Ein guter Grund, sich Gedanken über eine Modernisierung der Heizung Gedanken zu machen, ist doch nach Einschätzung des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft jeder vierte Öl- und jeder fünfte Gaskessel hierzulande älter als 20 Jahre. Anlagen mit moderner Technik, die nicht nur die Wärme des Feuers im Kessel, sondern auch die der Abgase nutzen, verwandeln bis zu 97 Prozent der eingesetzten Energie in Heizwärme; bei konventionellen Kesseln beträgt der Wert nur maximal 70 Prozent. Nach Berechnungen der Vereinigung der deutschen Zentralheizungswirtschaft VDZ hat sich die Investition in einen Brennwertkessel binnen sechs Jahren amortisiert.

Kraftwerk zum Mieten

Die Brennwerttechnik gilt als ausgereift - mehr Effizienz geht nicht. Der Heizungsspezialist Vaillant sieht deshalb einen nächsten Schritt darin, im Keller nicht nur Heizwärme, sondern auch Strom zu produzieren. Dazu wird das Unternehmen zusammen mit Honda von November an Einfamilienhäuser in ganz Deutschland mit gasbefeuerten Mini-Heizkraftwerken ausstatten.

Auch der Ökostromanbieter Lichtblick hat eine Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlage konzipiert. Diese KWK-Anlagen sind allerdings auf den Wärmebedarf von Mehrfamilienhäusern ausgelegt. Herzstück der Anlage ist ein Zwei-Liter-Erdgasmotor von Volkswagen, der auch die VW-Modelle Caddy und Touran antreibt. So ungewöhnlich wie die Technologie ist das Betriebsmodell: Die Kunden investieren 5000 Euro in die Installation und zahlen einen Grundpreis von monatlich 20 Euro für Wartung, Reparatur und Versicherung. Das Kraftwerk bleibt im Besitz von Lichtblick. Der Kunde bezahlt zudem die tatsächlich verbrauchte Wärme - 5,79 Cent pro Kilowattstunde. Im Gegenzug erhält er für jede ins Netz eingespeiste Kilowattstunde Strom 0,5 Cent sowie fünf Euro im Monat als Miete für den Platz im Keller.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema