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Brandschutz:Welche Regeln für Rauchmelder gelten

rauchmelder Immo

Die Regeln für den Einbau von Rauchmeldern sind in Deutschland nicht einheitlich.

(Foto: SZ-Grafik; Quelle: Stiftung Warentest, Imowelt, SZ)

Fast alle Bundesländer schreiben mittlerweile den Einbau solcher Geräte vor. Aber wer muss sie installieren und warten, wer zahlen? Ein Überblick.

Von Berrit Gräber

Beim Brandschutz in den eigenen vier Wänden mutet Deutschland wie ein Flickenteppich an. Während in Millionen Privathäusern seit Jahren schon Rauchmelder an den Decken gesetzlich vorgeschrieben sind, wohnen unzählige andere Bürger nach wie vor ohne jedes Frühwarnsystem. Jedes Bundesland hat seine eigenen Pflichten und Fristen. Die Lage ist verwirrend. Mal gibt es Übergangsfristen für Altbauten, die jetzt an Silvester enden wie in Nordrhein-Westfalen oder im Saarland. Mal bleibt noch ein Jahr länger Zeit wie in Bayern. Oder zwei Jahre in Thüringen, vier in Brandenburg. Sachsen setzt gar auf reine Freiwilligkeit, was das Nachrüsten von Bestandsimmobilien mit Rauchwarnmeldern angeht. In all dem Wirrwarr fehlt vielen Bürgern schlicht der Durchblick. Wer muss sich eigentlich um den Lebensretter zu Hause kümmern und bis wann, wer zahlt, wer wartet die Geräte?

Was gilt wo?

Die Verpflichtung zur Installation von Rauchwarngeräten in Privathäusern hängt vom Bundesland und seiner Landesbauordnung ab. Dort ist festgeschrieben, wer bis zu welchem Zeitpunkt seiner Montagepflicht nachkommen muss, ob erst einmal nur in Neubauten oder auch in Altbauten. Statt einer bundesweit einheitlichen Verordnung greifen 16 unterschiedliche Regelungen der 16 Landesbauordnungen, wie Ulrich Ropertz, Sprecher des Deutschen Mieterbundes in Berlin, erläutert. Als Vorreiter gilt Rheinland-Pfalz. Das Bundesland schreibt die Rauchmelder in privaten Neubauten schon seit 2003 vor, seit 2012 auch in Bestandsbauten. Baden-Württemberg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein zogen inzwischen nach. In Berlin sind zum Jahreswechsel vorerst nur Neubauten von der Rauchmelderpflicht betroffen - Bestandsgebäude müssen bis 31. Dezember 2020 nachgerüstet werden. Länder wie Bayern lassen Bürgern mit dem Feuerschutz in Altbauten bis Ende nächsten Jahres Zeit, andere Länder bis 2021. Sachsen hat gar keine Nachrüstfrist.

Was bringen die Warngeräte?

Eva Reinhold-Postina vom Verband Privater Bauherren (VPB) hält eine lückenlose Ausstattung aller privaten Häuser und Wohnungen mit Rauchwarnmeldern für längst überfällig, Verpflichtung hin oder her: Bei den 200 000 Bränden jährlich sterben etwa 400 Menschen. Die meisten Brandopfer kommen nicht in den Flammen um. Sie ersticken an einer Rauchvergiftung, meist nachts, im Schlaf. Das Einatmen von Kohlenmonoxid ist nach wenigen Lungenfüllungen bereits tödlich. Ist eine Wohnung mit Warnmeldern ausgerüstet, schlagen sie bei Rauchentwicklung laut Alarm und wecken die Bewohner auf. Der schrille Signalton wird zum Lebensretter. Gehörlose Menschen haben Anspruch auf Spezialgeräte von der Krankenkasse, wie das Bundessozialgericht 2014 entschied (Az. B 3 KR 8/13 R).

Wer muss sie einbauen?

Das bestimmt die jeweilige Landesbauordnung. Fast immer ist der Eigentümer in der Pflicht. Der Mieter muss den Vermieter zur Installation der Geräte in die Wohnung lassen. In Brandenburg, Hamburg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt ist nicht klar geregelt, ob Vermieter oder Mieter die Rauchwarnmelder einbauen müssen. Wegen der Verkehrssicherungspflicht des Eigentümers dürfte es letztlich aber seine Aufgabe sein. In Mecklenburg-Vorpommern ist dagegen der Bewohner zur Installation der Geräte verpflichtet.

Wo müssen die Geräte hängen?

Dies ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. In Baden-Württemberg zum Beispiel müssen die Melder nur in den Schlafzimmern und Rettungswegen installiert werden. Grundsätzlich sollten Rauchmelder in allen Schlaf- und Kinderzimmern und Fluren installiert werden - so sehen es auch die meisten Bauordnungen vor. Außerdem überall da, wo elektrische Heizgeräte im Einsatz sind oder auch Kerzen. Sie gehören immer an die Zimmerdecke montiert, am besten in die Mitte. In der Küche müssen die Geräte laut Bauordnungen zwar nicht installiert werden - allerdings entstehen hier die meisten Brände. Hier eignen sich Wärme- oder Rauchmelder, die sich schnell stumm schalten lassen.

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