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Mario Rönsch:Möglicherweise versucht Rönsch, einen illegalen Waffenhandel aufzubauen

Allerdings könnte es sein, dass Rönsch weiter als Propagandist tätig ist. Einiges deutet darauf hin, dass er hinter mindestens drei weiteren Facebook-Seiten mit insgesamt 70 000 Likes steckt. Sie tragen eher überraschende Namen für Anti-Flüchtlings-Seiten: "100.000 Menschen die Michael Wendler scheiße finden", "100.000 Menschen gegen die GEMA" und "Lulz.de" posteten mehrere Jahre keine neuen Inhalte.

Vor wenigen Tagen begannen alle drei, Links zur Webseite Anonymousnews.de zu verbreiten. Die Schlagzeilen dort lauten etwa: "Pädophiler Junkie kauft sich frei: Ermittlungen gegen Volker Beck eingestellt", "Wahlbetrug in Österreich: Ergebnis durch manipulierte Stimmen entschieden" oder "9/11-Anschläge: Russische Politsendung lässt politische Bombe platzen".

Bevor AK aus dem Netz verschwand, tauchten auch dort Links zu Anonymousnews.de auf. Es scheint gut möglich, dass Rönsch versuchte, sich mit dieser Webseite ein weiteres Standbein aufzubauen. Sie setzt auf die gleiche Masche wie die stillgelegte Facebook-Seite: Im Namen der Anonymous-Bewegung bedient Anonymousnews.de Verschwörungstheoretiker und macht Stimmung gegen USA, Bundesregierung und "Lügenpresse".

Migrantenschreck.ru verkauft Schusswaffen an Flüchtlingsfeinde

Ein großes Banner wirbt auf der Webseite für das rechte Compact-Magazin, eine weitere Anzeige ruft die Leser zur militanten Selbstverteidigung auf: "Schützen Sie sich und Ihre Familie mit einem Migrantenschreck® - kein Waffenschein nötig!" Auf der verlinkten Webseite Migrantenschreck.ru kann man angeblich "ohne lästige bürokratische Hürden oder ärgerlichen Papierkram" echte Schusswaffen kaufen. Sie heißen "Antifaschreck AS125" oder "Migrantenschreck MS55 Lady" und kosten bis zu 900 Euro.

Ursprünglich war der Onlineshop unter der Domain Migrantenschreck.net zu finden - und auf einen Mario Rönsch aus Erfurt registriert. Im Quellcode von Anonymousnews.de und Migranteschreck.ru tauchen mehrfach die Initialen von Rönsch ("maro") auf. Natürlich könnte es sein, dass jemand versucht, eine falsche Fährte zu Rönsch zu legen - doch auch die fortgesetzten Aktivitäten von Anonymous.Kollektiv beim russischen Facebook-Klon VK lassen es plausibel erscheinen, dass Rönsch zwar untergetaucht, im Netz aber nach wie vor aktiv ist.

© SZ.de/jab
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