Breitband- und Festnetz-Test Telekom und M-net haben das beste Festnetz

Querschnitt eines Glasfaserkabels. Im Festnetztest 2018 hat das Connect-Magazins neun bundesweite und regionale Telekommunikationsanbieter unter anderem auf Sprachqualität, Internetgeschwindigkeit und Qualität von Videostreaming hin geprüft.

(Foto: dpa)
  • Das Telekommunikation-Magazin Connect hat an diesem Mittwoch seine jährliche Festnetz-Studie veröffentlicht.
  • Testsieger Telekom überzeugt demnach vor allem in den Kategorien Telefonie, Highspeed-Internet und Web-Services.
  • Allerdings sehen die Tester im Bereich Web-TV Verbesserungspotential.
Von Caspar von Au

Viel gescholten ist der zu langsam fortschreitende Breitbandausbau in Deutschland, doch das spiegelt sich im jährlichen Festnetz-Test des Fachmagazin Connect nicht unbedingt wider. Die neun getesteten Anbieter erhielten viermal die Note "sehr gut", viermal "gut" und nur ein "befriedigend". Die am Mittwoch erschienene Studie bescheinigt Marktführer Telekom unter den bundesweiten Anbietern das beste Netz, knapp vor Konkurrent 1&1. Unter den regionalen und Spartenanbietern gewinnt der Münchner Netz-Betreiber M-Net (alle Noten "sehr gut"). Nach Punkten schneidet M-Net mit 450 von möglichen 500 sogar besser ab als die Telekom (447 Punkte).

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Das Magazin hat seine Tests gemeinsam mit dem Netztest-Dienstleister Zafaco durchgeführt und zwischen Mitte Mai und Mitte Juni Messwerte an 48 Standorten in ganz Deutschland gesammelt. Getestet wurden die Anschlüsse von Telekom, 1&1, Unitymedia, O2 sowie Vodafone bundesweit, und unter den Betreibern mit weniger als zwei Prozent Marktanteil die von M-Net, Netcologne, EWE und zum ersten Mal Pÿur. Die Tester erhoben unter anderem Daten zur Sprachqualität von Telefonaten, Download- und Upload-Geschwindigkeit und zur Qualität von Videostreaming.

Die Ergebnisse im Detail:

  • Bei Telefonaten untersuchten die Tester die Qualität von Anrufen ins eigene Netz, in andere IP-Netze und in die deutschen Mobilfunknetze. Gemessen wurde dabei auch, wie lange es dauert, eine Verbindung aufzubauen, mit welcher Verzögerung das Gesagte beim Gesprächspartner ankommt, und wie das Netz unter Belastung funktioniert. Am besten schneiden in dieser Kategorie Telekom, M-Net und 1&1 ab, am schlechtesten Neuling Pÿur.
  • Alle neun Anbieter stellen zumindest in den meisten Fällen die versprochene Bandbreite auch zur Verfügung. Telekom, Unitymedia und M-Net bekommen in der Connect-Studie sogar die volle Punktzahl für ihre Download- und Upload-Geschwindigkeit zugesprochen. Bei Vodafone bemängeln die Tester, dass bei den Kabelanschlüssen mit 400 und 500 Megabit pro Sekunde zugesagter Download-Geschwindigkeit diese häufig unterschritten werde. In Messungen zum HTTP-Downloads mit parallelem Upload liefern die Testanschlüsse von Vodafone die schlechtesten Ergebnisse im Teilnehmerfeld.
  • In der Kategorie Web-Service haben die Tester "die Qualität der Internetanbindung bei konkreten Anwendungen" geprüft; etwa, indem sie den Zugriff auf Webseiten, die Antwortzeiten von Gaming-Servern und Uploads zu Fotobuch-Diensten, wie zum Beispiel Cewe, getestet haben. Hier erreichen ebenfalls Telekom und 1&1 die besten Ergebnisse.
  • Doch auch bei Testsieger Telekom stellt die Studie Mängel fest: Wer mit deren Anschluss Videos über Youtube, Netflix oder der ZDF-Mediathek streamt, muss offenbar mit besonders langen Reaktions- und Pufferzeiten rechnen. In der Unterkategorie Bildqualität und Fehlerraten schneidet das Unternehmen sogar am schlechtesten ab.
  • In seinem Bericht kritisiert Connect außerdem, Vodafone hätte entgegen der Vereinbarung an einigen Testanschlüssen kurz vor Messbeginn einen Upload-Boost eingeführt. Diese Funktion soll für kurze Zeit die Upload-Bandbreite eines Internetanschlusses erhöhen; allerdings seien bei den Tests gleichzeitig Latenz und Paketverlustraten an den betroffenen Anschlüssen gestiegen und bringe den Nutzern somit mehr Nachteile als Vorteile. Die Tester bezeichnen die Einführung des Boosts als "übereilt". Weiterhin habe Vorjahressieger 1&1 ursprünglich am diesjährigen Test nicht teilnehmen wollen, weil sie derzeit ihr Netz umbauten. Das Magazin hat seine Messung am Ende dennoch bei allen Anbietern wie geplant durchgeführt.
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