Demonstrationen für Klimaschutz Die Eltern würden sich mehr Konzentration aufs Abitur wünschen

Das wollen Sie auch diesen Freitag versuchen, wenn die Kohlekommission wieder tagt. Wie sehen die weiteren Pläne von "Fridays for Future" aus?

Unser Motto bleibt: Wir streiken, bis ihr handelt. Es gibt also kein fixes Datum, wann wir nicht mehr demonstrieren wollen. Nun findet ein zentraler Protest in Berlin statt, wo die Kohlekommission tagt. Da werden wir wohl eher nicht, wie am vergangenen Freitag, 30 000 Menschen auf die Straße bringen, weil die Anreise nach Berlin nicht für alle möglich ist. Aber ich bin trotzdem sicher, dass wieder viele Schülerinnen und Schüler zusammenkommen werden, die den Entscheidern in der Kommission deutlich machen: Wir sind nicht einverstanden, dass sich beim Kohleausstieg so wenig bewegt und dass alles so lange dauert.

Wie lauten Ihre konkreten Forderungen?

Wir fordern, das 1,5-Grad-Ziel von Paris einzuhalten, anders werden wir keine lebenswerte Zukunft haben. Ich verlange deshalb, sofort mit der Abschaltung der Kohlekraftwerke zu beginnen sowie ein Ende der Kohleverstromung bis spätestens 2030 zu erreichen. So könnte Deutschland weltweite Klimaziele einhalten.

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Schülerstreik

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Und es könnten Zehntausende Arbeitsplätze wegfallen.

Natürlich wünsche ich mir einen sozialverträglichen Kohleausstieg. Dann muss eben der Bund zugunsten des Klimaschutzes die betroffenen Regionen und Menschen finanziell unterstützen. Ganz ehrlich: Am Geld darf der Kampf gegen den Klimawandel nicht scheitern!

Sie machen in diesem Jahr Abitur und verpassen im Moment durch die Demos und die damit verbundene Arbeit viel Unterricht. Machen Sie sich manchmal Sorgen um Ihre ganz persönliche Zukunft?

Nein. Bisher passen meine Noten und was ich in der Schule versäume, hole ich nach. Und wenn ich wirklich einmal in einem Bewerbungsgespräch gefragt werde, warum meine Abiturnote ein paar Zehntel über dem Durschnitt liegt, werde ich stolz erklären, dass mir in der Zeit andere Dinge wichtiger waren. Davon abgesehen, lerne ich gerade so vieles: Pressemitteilungen formulieren, Demonstrationen organisieren, Interviews geben, vor vielen Menschen sprechen. Ich bin sicher, dass mich das mehr vorwärtsbringen wird, als es die ein oder andere versäumte Unterrichtsstunde könnte.

Und wie sehen das Ihre Eltern?

Die würden sich schon wünschen, dass ich mich mehr auf mein Abitur konzentriere. Aber sie erkennen zum Glück manchmal auch an, dass mir der Kampf ums Klima wichtiger ist als eine maximal gute Abschlussnote.

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