Schülerstreik Schüler kämpfen zu Recht für den Klimaschutz

Auch wenn man die deutschlandweiten Streiks kritisieren kann, sollten die Schulen nicht mit Strafen reagieren.

Kommentar von Susanne Klein

Dürfen Schüler den Unterricht schwänzen, um für ein politisches Ziel zu demonstrieren? Bei den "Fridays for Future" geschieht genau das: In 50 Städten, von Kiel bis München, gingen Jugendliche an diesem Freitag für mehr Klimaschutz und einen schnellen Kohleausstieg auf die Straße statt in die Schule. Zusammen waren sie Tausende, vermutlich sogar mehr als Zwanzigtausend. Viele Stühle in den Schulen blieben leer. Weitere Proteste sind geplant; Greta Thunberg, die Schwedin, die Jugendliche weltweit inspiriert, streikt seit August.

Das kann man zunächst einmal mit einigem Recht kritisieren. Der Sprecher des bayerischen Landesschülerrats zum Beispiel hält die Protestzüge für "unverantwortlich", weil sie vormittags stattfinden und demonstrierende Schüler dadurch Strafen riskieren. Und es dürfen ja auch tatsächlich die Schulen nicht einfach jeden vom Unterricht befreien, der sich berufen sieht, für die Weltrettung zu demonstrieren statt zu lernen.

Doch die "Fridays for future" folgen einer anderen Logik: Wozu für die Zukunft lernen, wenn eine miese Klimapolitik sie dann versaut? Das bringen die Schüler mit ihrem Unterrichtsstreik auf den Punkt - und damit haben sie auch recht. Die Schulen sollten auf die Aktion nicht mit Strafen reagieren. Sie können ja den verpassten Vormittag an einem extra Nachmittag nachholen, an dem über politische Protestformen diskutiert werden und was man noch fürs Klima tun könnte. Nicht mal der Lehrerpräsident Heinz-Peter Meidinger hätte etwas dagegen. Das ist doch ein Wort.

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Tausende Jugendliche demonstrieren für mehr Klimaschutz

Unter dem Stichwort "Fridays for future" hatten Schüler und Studenten in mehr als 60 deutschen Städten zu Protesten aufgerufen. Die Schüler organisieren sich vor allem über WhatsApp-Gruppen.