Aktion im Zoo:Was sich Affen zu Weihnachten wünschen

Aktion im Zoo: Tiere im Zoo, wie hier in Augsburg, bekommen das ganze Jahr über Überraschungen in ihre Gehege, mit denen sie sich beschäftigen können.

Tiere im Zoo, wie hier in Augsburg, bekommen das ganze Jahr über Überraschungen in ihre Gehege, mit denen sie sich beschäftigen können.

(Foto: Zoo Augsburg)

Duftbälle für Raubkatzen, Klauenmesser-Schärfgeräte für Huftiere: Im Zoo Augsburg können Spender wieder Geschenke für Tiere bestellen.

Von Florian Fuchs, Augsburg

Bei den Affen gibt es dominante Tiere und solche, die weiter unten stehen in der Hierarchie der Gruppe. Genau solche Primaten freuen sich, wenn das Futter im Augsburger Zoo mit einer sogenannten Wurfschaufel ausgebracht wird. "So wird das Futter über das gesamte Gehege verteilt. Dann besteht keine Gefahr, dass sich die dominanten Tiere alles holen", sagt Kurator Thomas Lipp. 40 Euro kostet so eine Wurfschaufel, Spender dürfen sie über die Weihnachtswunschliste des Zoos bestellen und direkt an den Zoo senden.

Schon ein paar Jahre stellt der Augsburger Zoo zu Weihnachten eine Wunschliste mit Spielzeug und Geräten für die Tiere zusammen. Auch andere Zoos in Deutschland sind bereits auf die Idee gekommen. Einige Wurfschaufeln haben die Augsburger bereits bekommen, nicht nur für ihre Primaten, aber auch Bungee-Seile, Kratzbürsten oder Duftbälle für Raubkatzen sind geliefert worden. "Der Rücklauf ist sehr gut. Wir finden es schön, dass so viele Menschen den Tieren etwas Gutes tun wollen", sagt Lipp.

Die Duftkugel zum Beispiel ist ein Spielzeug, das man nicht im normalen Tierhandel kaufen kann. Die Pfleger geben verschiedene Düfte in die Kugeln, sie arbeiten etwa mit Zimt, häufig auch mit Kot - vor allem von Beutetieren. "So können die Raubkatzen ihren Jagdtrieb ausleben", sagt Lipp. "Enrichment" nennen das Fachleute. In der Wildbahn sind Tiere den ganzen Tag über beschäftigt, etwa mit der Futtersuche. Im Zoo kommt das Futter frei Haus, dort müssen die Pfleger anderweitig dafür sorgen, dass die Tiere im Gehege beschäftigt sind. Vieles, gerade bei Raubkatzen, erläutert Lipp, laufe dabei über die Riechzellen. Die Spielbälle können mit einem Bungee-Seil befestigt werden, das hält auch kräftigen Raubkatzen, Bären oder Elefanten stand. Die Tiere beschäftigen sich dann eine Weile damit, bevor das Interesse wieder abflaut. "Deshalb wechseln wir ab mit dem Spielzeug, so wird es den Tieren nicht langweilig."

Auch Gartenscheren oder Garten-Abfallsäcke stehen auf der Wunschliste, also nicht nur Utensilien, die unmittelbar für die Tiere bestimmt sind. Das Klauenmesser-Schärfgerät ist geeignet für die Maniküre und Pediküre der Huftiere, Kratzbürsten mögen die Zwergziegen, die Rinder, die Antilopen, aber auch Giraffen. Es gibt auch teure Geräte auf der Liste, etwa einen Profi-Kescher mit einem Preis von 700 Euro. "Viele Zootiere sind stärker als ein normales Haustier, da braucht es spezielle Geräte aus stabilem Material, um sie etwa für den Tierarzt einzufangen", sagt Lipp. Es gibt aber auch preiswerte Wünsche: Ein kleines Wasserbecken für die heimischen Feuersalamander kostet 14 Euro.

Ein beliebter Trick der Pfleger ist es, Futter zu verstecken. Da reichen auch mal normale Pappkartonrollen oder in Geschenkpapier eingepackte Pakete. Die Tiere müssen sich dann anstrengen, an das Futter zu kommen. Tennisbälle lassen sich gut aufschneiden, um darin Pellets zu verbergen oder Sonnenblumenkerne, die zum Beispiel Schimpansen herausfingern dürfen. Gerade für Primaten wie die Schimpansen lassen sich die Pfleger auch aufwendigere Spiele einfallen, um den Tieren Rätsel zu stellen. Lipp nennt als Beispiel sogenannte Stocherkästen, in denen die Tiere Futter mit einem Holzstöckchen hin- und herschieben und so aus dem Kasten hinausbefördern können. Manche der Augsburger Schimpansen stellen sich dabei deutlich geschickter an als andere.

Natürlich merken die Tiere im Zoo nicht, dass Weihnachten ins Haus steht. Das eine oder andere Wärme liebende Tier sehnt bei Eiseskälte und Schneefall höchstens den Sommer wieder herbei. Es gibt aber durchaus Tiere wie Schimpansen oder auch die Ziegen im Streichelzoo, zu denen Pfleger mehr Nähe und daher eine innigere Beziehung haben als zu unnahbaren Zootieren. Diese Tiere bekommen zum Fest nicht nur Kratzbürsten oder Tennisbälle mit verstecktem Futter - sondern auch die eine oder andere Streicheleinheit mehr.

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