Klimaschutz:Wie ein Zementhersteller aus Bayern CO₂ recyceln will

Lesezeit: 3 min

Klimaschutz: Die Firma Rohrdorfer Zement produziert nebenbei jede Menge CO₂ und installiert nun (vorerst als Pilotprojekt) eine Anlage, die das Gas abscheidet und als Rohstoff für die chemische Industrie verfügbar macht.

Die Firma Rohrdorfer Zement produziert nebenbei jede Menge CO₂ und installiert nun (vorerst als Pilotprojekt) eine Anlage, die das Gas abscheidet und als Rohstoff für die chemische Industrie verfügbar macht.

(Foto: Matthias Köpf)

Bei der Herstellung von Beton werden große Mengen Kohlendioxid freigesetzt. Ein Unternehmen in Rohrdorf will das klimaschädliche Gas nun abscheiden und vertreiben. Doch der Weg in die grüne Zukunft ist kompliziert.

Von Matthias Köpf, Rohrdorf

Wenn Helmut Leibinger mit dem Hebel die Metallklappe öffnet, dann erlaubt das kleine Fenster einen Blick wie in einen blubbernden Vulkan. Eigentlich wird der Klinker hier schon wieder gekühlt, nachdem das 80 Meter lange Stahlrohr den Kalkstein durch stete Drehung auf die 20 Meter lange Brennerflamme zugeschoben hatte. Fast 1500 Grad herrschen in dem Ofen, und dass hier jede Menge Energie verfeuert wird, legt schon dieses tiefe Grollen nahe. Das allein wäre aber noch nicht der Grund, warum die Zementproduktion als Klimakiller schlechthin gilt. Denn mehr als zwei Drittel des Kohlendioxids entstehen nicht beim Heizen, sondern entweichen aus dem Kalkstein, der sich über Jahrmillionen aus abgelagerten Meerestieren gebildet hat. Beim Brennen von einer Tonne Klinker, der später den Beton bindet, werden fast 800 Kilogramm CO₂ frei, sagt Mike Edelmann. Die Frage, wie sich möglichst viel vermeiden lässt, haben sie hier in Rohrdorf zuletzt beantwortet, indem sie aus Abwärme Strom gewinnen und praktisch keine Kohle mehr verfeuern, sondern unter anderem Altreifen und Produktionsreste aus der Kunststoffindustrie. Inzwischen aber stellen sie sich hier noch eine andere Frage: "Wie sauber ist das CO₂?"

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