Verkehr Wo Autos mit Sanduhren parken

Die Sanduhr an der Seitenscheibe berechtigt zum kurzen Parken.

(Foto: Peter Pfannes/Stadt Volkach/dpa)
  • Die unterfränkische Stadt Volkach hat im Oktober vergangenen Jahres Parksanduhren für kurze Parkdauern eingeführt - und zieht positive Bilanz.
  • Die Sanduhren zum Befestigen an der Seitenscheibe verschaffen ihren Nutzern 15 Minuten kostenlose Parkzeit im Zentrum.
  • Auch im mittelfränkische Bad Windsheim will man das Projekt beibehalten bis 2020.
Von Claudia Henzler, Bad Windsheim/Volkach

Mal schnell mit dem Auto zum Bäcker oder zum Geldautomaten, ohne dass dafür Parkgebühren fällig werden: Manche Städte befürchten, dass solch ein Angebot mehr Autofahrer ins Zentrum zieht, doch anderswo ist genau dieser Effekt erwünscht, was bekanntlich zur Erfindung des schönen Wortes "Brötchentaste" führte. Die bekommt nun aber ganz allmählich Konkurrenz durch die sogenannte Parksanduhr.

Seit die Baden-Württemberger Stadt Kirchheim unter Teck 2013 damit angefangen hat, Eieruhren mit Saugnapf auszugeben, die an der Seitenscheibe des Autos befestigt werden, um damit einige Minuten kostenlos parken zu können, breitet sich die Idee aus. Sie ist vor allem für Städte mit einer überschaubaren Anzahl Einwohner attraktiv.

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Die unterfränkische Stadt Volkach führte die Sanduhren im Oktober vergangenen Jahres ein und hat nun eine positive Bilanz gezogen. Von den 5000 angeschafften Sanduhren - Volkach hat 9000 Einwohner -, wurde bisher knapp die Hälfte verkauft. Sie kosten pro Stück vier Euro und verschaffen den Nutzern 15 Minuten kostenlose Parkzeit im Zentrum. Vor allem die Einzelhändler hatten sich dafür eingesetzt, weil es zwar große und kostenlose Parkflächen rund um die Altstadt gibt, sich die Geschäftsleute aber in Konkurrenz zu Märkten außerhalb der Altstadt sehen.

Zwischen 200 und 250 gebührenpflichtige Parkplätze werden im Altstadtkern bewirtschaftet, schätzt Tourismuschef Marco Maiberger. 40 Cent pro halbe Stunde kostet es dort, sein Auto abzustellen. Ob die Parksanduhr zu Einbußen bei den Gebühren führt, kann Maiberger nicht sagen, da im vergangenen Jahr immer wieder Straßen und Parkplätze wegen einer umfassenden Altstadtsanierung gesperrt waren.

Auch das mittelfränkische Bad Windsheim mit 12 000 Einwohnern ist mit dem Experiment Parksanduhr zufrieden. Erst im Dezember 2016 eingeführt, hat der Stadtrat das Projekt kürzlich bis zum Jahr 2020 verlängert. Für fünf Euro kann die Uhr im Rathaus gekauft werden, sie verschafft Autofahrern zwölf Minuten Parkzeit. Die Zeitspanne hat mit der Gebührenstaffelung zu tun: zehn Cent für zwölf Minuten. Die vorhandenen Parkscheinautomaten mit einer Brötchentaste nachzurüsten, kam für die Stadt schon deshalb nicht in Frage, weil es im Stadtgebiet auch noch einige altmodische Parkuhren gibt.

Um Besucher nicht zur Verzweiflung zu bringen, die länger als eine Sanduhrspanne bleiben wollen, aber kein Kleingeld haben, bietet Bad Windsheim außerdem die Möglichkeit an, Parkgebühren via Handy zu bezahlen. Mit der Sanduhr sei "das optimale Instrument gefunden", um Bürgern den Service Kurzzeitparken anzubieten, sagt Hauptamtsleiter Rainer Hofmann. "Oft ist ja auch der Weg zum nächsten Parkscheinautomaten weit." Und für die städtischen Kontrolleure hätten sich viele leidige Diskussionen ("Ich habe nur ganz kurz...") erledigt.

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