Hochschulpolitik:Erste bayerische Spitzenprofessorin für Kunst

Hochschulpolitik: Die Künstlerin Syowia Kyambi wird Gastprofessorin an der AdBK Nürnberg.

Die Künstlerin Syowia Kyambi wird Gastprofessorin an der AdBK Nürnberg.

(Foto: Axel König/StMWK)

Die Biennale-Künstlerin Syowia Kyambi übernimmt im Rahmen der Hightech Agenda Bayern eine Gastprofessur an der Nürnberger Kunstakademie.

Von Evelyn Vogel

"Kunst ist Leben. Ohne sie kann ich nicht atmen." Mit diesem starken Statement stellt sich die deutsch-kenianische Künstlerin Syowia Kyambi in einem Youtube-Video des bayerischen Wissenschaftsministeriums vor. Bewerben muss sie sich dort allerdings nicht mehr. Denn inzwischen wurde sie zur ersten bayerischen Spitzenprofessorin an einer Kunsthochschule berufen und übernimmt demnächst eine Gastprofessur an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg.

Syowia Kyambi, geboren 1979 in Nairobi, studierte an der School of the Art Institute of Chicago und am Transart Institute an der Plymouth University. Sie gilt als bestens vernetzt und als Künstlerin mit unternehmerischer Erfahrung. Sie arbeitet interdisziplinär und verbindet Videokunst, Zeichnung, Sound und Fotografie mit Performancekunst. Dabei stehen Themen wie Sexualität, Geschlecht, Rassismus und postkoloniale Strukturen, Identität und Erinnerung im Mittelpunkt ihrer Arbeit. Themen, die sie aus der Perspektive des sogenannten Globalen Südens beleuchtet. Im vergangenen Jahr hat Kyambi Kenia auf der Biennale von Venedig vertreten.

Mit der Berufung nimmt Syowia Kyambi eine Art Vorreiterinnenrolle ein. Denn die Gastprofessur wurde im Rahmen des Spitzenprofessurenprogramm (SPP) als Teil der Hightech Agenda Bayern vergeben. Bei diesem Programm werden Forschungsprofessuren für herausragende nationale und internationale Persönlichkeiten ermöglicht. An den Kunsthochschulen ist das SPP als Programm für Gastprofessuren konzipiert, für das sich die Kunsthochschulen bewerben können. Die Entscheidung, welche international renommierte Persönlichkeit berufen wird, trifft die jeweilige Hochschule selbst. Insgesamt sind für das Spitzenprofessurenprogramm aller drei Hochschularten in den Jahren 2021 bis 2023 etwa 43 Millionen Euro vorgesehen.

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