Gewalt auf dem Revier

Eine 59-jährige Frau betritt am Rosenmontag 2011 die Polizeiinspektion am Münchner Hauptbahnhof, sie soll dolmetschen. Zwei Stunden später verlässt sie die Wache wieder - mit einer Verletzung (siehe Foto). An der Stirn hat sie eine große Beule, ihre Hose ist nass, ein Arzt diagnostiziert danach eine Schädelprellung, Verstauchungen, Schleudertrauma, Hämatome. Haben die Polizisten sie misshandelt oder hat die Frau sich unkooperativ verhalten und Widerstand geleistet? Was genau geschehen ist, ist strittig. Die Dolmetscherin sagt, sie sei ohne Grund misshandelt worden von überforderten Polizisten. Die Polizei wiederum wirft der Frau vor, sich Anweisungen widersetzt und sich ihre Verletzung selbst zugefügt zu haben.

Die Dolmetscherin und die Polizisten zeigen sich gegenseitig an. Die Ermittlungen gegen die Beamten wurden eingestellt. Die Frau mus sich 2012 vor Gericht verantworten. Das Verfahren wird eingestellt - wegen Einstellung wegen geringer Schuld. Da die Zeugenaussagen der Polizisten aber so eklatant voneinander abweichen, wird nun doch noch gegen die Beamten ermittelt.

Bild: oh 6. Februar 2013, 10:142013-02-06 10:14:31 © Süddeutsche.de/Lisa Sonnabend/tob/holz/afis