Landgericht Aschaffenburg:91-jährige Großmutter im Drogenrausch getötet - Mann zu Entzug verurteilt

Landgericht Aschaffenburg: Das Landgericht Aschaffenburg hat einen 26-Jährigen, der im Drogenrausch seine Großmutter getötet hat, zu einem Entzug verurteilt.

Das Landgericht Aschaffenburg hat einen 26-Jährigen, der im Drogenrausch seine Großmutter getötet hat, zu einem Entzug verurteilt.

(Foto: David-Wolfgang Ebener/dpa)

Die Richter konnten den 26-Jährigen nicht wegen Totschlags bestrafen, da er zum Zeitpunkt der Tat schuldunfähig war. Er hatte nach dem Konsum von "Magic Mushrooms" eine Psychose erlitten.

Nachdem er seine 91-jährige Großmutter im Drogenwahn mit Messern tödlich verletzt hat, muss ein 26 Jahre alter Mann in eine Entziehungsanstalt. Dazu wurde er am Freitag vom Landgericht Aschaffenburg verurteilt. Der Beschuldigte kann für den Totschlag laut einer Gerichtssprecherin nicht bestraft werden, da er zum Tatzeitpunkt aufgrund des Drogenkonsums schuldunfähig war.

Der Mann hatte durch sogenannte Magic Mushrooms (halluzinogene Pilze) und weitere Drogen eine Psychose erlitten, die laut seinem Anwalt mehrere Wochen anhielt. Die Psychose sei inzwischen vollständig abgeklungen. Daher wurde laut der Gerichtssprecherin keine Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus angeordnet.

Die Tat ereignete sich im September vergangenen Jahres. Der heute 26-Jährige hatte sich zuvor eineinhalb Jahre um seine Oma gekümmert - er kochte, er kaufte ein und wohnte auch bei ihr. Die alte, kranke Frau hatte laut ihrem Enkel einen Sterbewunsch. Am Morgen des 12. September stach der Mann schließlich mit zwei Messern auf die noch schlafende Frau ein. Er verständigte selbst eine Nachbarin, die den Rettungsdienst alarmierte.

Die Seniorin starb etwa einen Monat nach der Tat an den Folgen ihrer Verletzungen. Der Enkel hatte die Tat vor Gericht zugegeben. Er könne sich nicht mehr vollends an die Tat erinnern, ließ der Mann über seinen Verteidiger erklären.

Zur SZ-Startseite

SZ PlusProzess in Ingolstadt
:Betrug mit falschem Krebsmittel - Haftstrafen für Heilpraktikerin und Unternehmer

Der längste Prozess in der Geschichte des Landgerichts Ingolstadt ist zu Ende gegangen. Renate G. und ihr Geschäftspartner müssen mehrere Jahre ins Gefängnis, weil sie Schwerkranken eine teure "Zuckerlösung" als Medikament verkauft haben.

Lesen Sie mehr zum Thema

Jetzt entdecken

Gutscheine: