Energiewende:Grüne fordern mehr Geld für Geothermie

Energiewende: Der Geothermiekraftwerk in Unterhaching liefert mehr als 70 Megawatt thermischer Leistung.

Der Geothermiekraftwerk in Unterhaching liefert mehr als 70 Megawatt thermischer Leistung.

(Foto: Florian Peljak)

Bayern drohe den Anschluss zu verlieren, warnt Energieexperte Martin Stümpfig. Das Geld reiche nicht einmal für eine Bohrung.

Die Grünen fürchten um Bayerns Spitzenposition unter den Bundesländern bei der Nutzung der Erdwärme. "Der Freistaat wird nun auch beim Thema Geothermie von anderen Bundesländern abgehängt", sagte der energiepolitische Sprecher der Landtagsfraktion, Martin Stümpfig, der Deutschen Presse-Agentur. Er verweist dabei auf den im Oktober vom Bundesverband Geothermie verliehenen Preis "Champion tiefe Geothermie" an das Land Mecklenburg-Vorpommern. Den Preis erhält das Bundesland mit dem größten Zubau an installierter Leistung in Tiefer Geothermie (thermisch) sowie mit der größten installierten Leistung pro Einwohner.

Mit einem Zubau von 6,7 Megawatt hatte sich den Angaben zufolge die installierte Leistung in Mecklenburg-Vorpommern im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt - in Bayern wurde nichts zugebaut, weshalb der Wert mit 0 angesetzt wurde. Bei der installierten Leistung pro Kopf war Bayern dagegen mit 0,029 Kilowatt/Einwohner weiter bundesweit Spitze - Mecklenburg-Vorpommern kam hier nur auf einen Wert von 0,0073 Kilowatt/Einwohner.

In den vergangenen Jahren hatte Bayern den Preis regelmäßig erhalten. Zuletzt hatte ihn 2021 Ministerpräsident Markus Söder (CSU) entgegengekommen. "Bayern hat nichts getan beim Ausbau der Geothermie. Seit Jahren kritisieren wir Grünen die Staatsregierung", sagte Stümpfig. Im Haushalt des Freistaates seien gerade einmal 7,5 Millionen Euro für die Geothermie eingestellt. "Das reicht nicht einmal für eine Bohrung", sagte Stümpfig.

Die Energiepolitik der Staatsregierung sorge dafür, dass Bayern selbst in Bereichen mit besten Ausgangsbedingungen abgehängt werde. "Und es ist keine Besserung in Sicht. Die Absichtserklärungen zu Geothermie im Koalitionsvertrag sind windelweich und nicht geeignet für das nötige Tempo", sagte Stümpfig. Es gebe keine Zusagen für mehr Investitionen, sondern lediglich einen Verweis auf ein Bundesförderprogramm. Das im Koalitionsvertrag angesprochene Projekt zur petrothermalen Geothermie in Nordbayern gebe es bereits. Um mehr Schwung in der Geothermie zu erreichen, brauche es ein Bürgschaftsprogramm zur Absicherung der Risiken für Bohrungen und ein eigenes Wärmenetzprogramm.

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