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Regensburg:Diese Exponate liegen im Haus der Bayerischen Geschichte

Etwa 1000 Ausstellungsobjekte führen die Besucher durch das moderne Bayern. Eine Auswahl.

Von Hans Kratzer

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Erster Weltkrieg:Nagelfigur "Ratisbona"

Museum der Bayerischen Geschichte

Foto: MdbG

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Viele Historiker halten den Ersten Weltkrieg (1914-18) für die "Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts". Mehr als 40 Staaten wurden in den Strudel des Krieges hineingezogen. Das Maschinengewehr 08/15 stand für moderne Kriegsführung und millionenfaches Sterben an der Front. 200 000 Bayern verloren ihr Leben. Für den Krieg zu spenden, war patriotische Pflicht. Oft wurde gegen eine Spende ein Nagel in eine Holzfigur geschlagen. Ein solches Nagelobjekt war auch die Regensburger Figur "Ratisbona".

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Vertrag von Maastricht:Waigels Füllfederhalter

Museum der Bayerischen Geschichte

Foto: MdbG

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Am 7. Februar 1992 unterschrieb der damalige Bundesfinanzminister Theo Waigel (CSU) den Vertrag von Maastricht, der die Europäische Union begründete. Der Vertrag regelte das politische und wirtschaftliche Zusammenwachsen der damals zwölf Mitgliedsstaaten, legte den Weg zur Währungs- und Wirtschaftsunion fest und setzte damit den Grundstein für den Euro. Den Füllfederhalter, mit dem er den Vertrag unterschrieben hat, übergab Theo Waigel im Mai 2019 an das Haus der Bayerischen Geschichte.

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Nachkriegszeit:Der erste Eiswagen

Museum der Bayerischen Geschichte

Foto: MdbG

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1959 kam Giuseppe Guarino aus Neapel als Gastarbeiter nach Bayern. Er heiratete eine Einheimische und erfüllte sich mit ihr 1971 einen Wunsch: Wie vor ihm sein Vater in Neapel, wollte Guarino eine Gaststätte betreiben. Mit seiner Frau Erika eröffnete er eine Pizzeria samt Eisdiele in Grafenau. Es war die erste Pizzeria im Bayerischen Wald. Nach geheimem Hausrezept stellte er auch Gelato her. Die alte Eismaschine und den Eiswagen übereigneten die Guarinos dem Haus der Bayerischen Geschichte.

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Befreiung:US-Jeep

Museum der Bayerischen Geschichte

Foto: MdbG

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Das Jahr 1945 markiert das Ende des Zweiten Weltkriegs. Schon im März marschierten die ersten amerikanischen Truppen in Bayern ein. Viele Zeitzeugen erinnern sich noch an deren Ankunft mit Panzern und Jeeps. Der Jeep, damals ein absolutes Hightech-Produkt, wurde zum Symbol für die Sieger und Befreier.

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Integration::Gitarrenbau

Museum der Bayerischen Geschichte

Foto: MdbG

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Mehr als 1,5 Millionen Sudetendeutsche, Böhmerwäldler und Schlesier blieben nach dem Krieg in Bayern. Nach Bubenreuth, einem Ort bei Erlangen, kamen von 1949 an 2000 Vertriebene aus dem Sudetenland. Viele waren Instrumentenbauer. Es dauerte nicht lange, bis Stars wie Elvis und Paul McCartney dort Gitarren kauften.

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Rekonstruktion:Das letzte Grabmal

Museum der Bayerischen Geschichte

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Das Grabmal des letzten Fürstabtes des Regensburger Klosters St. Emmeram, Coelestin II. Steiglehner, symbolisiert in seiner ganzen Pracht das Ende des alten Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, das vom Spätmittelalter bis zum August 1806 Bestand hatte. Das Grabmal steht heute auf dem Oberen Friedhof im Süden von Regensburg. Im Museum des Hauses der Bayerischen Geschichte wurde eine Rekonstruktion erstellt. Denn das ursprüngliche Grabmal war nicht mehr transportfähig.

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Wiederaufbau:Der goldene Saal

Museum der Bayerischen Geschichte

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Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieg lagen viele bayerische Städte in Schutt und Asche. Damit das Leben weiterging, mussten zunächst die Infrastruktur wiederhergestellt und Wohnungen gebaut werden. Aber auch symbolträchtige Bauten wie das aus der Renaissancezeit stammende, aber bis auf die Außenmauern zerstörte Augsburger Rathaus sollten wieder aufgebaut werden. Das Gebäude wurde stufenweise instandgesetzt. Die Rekonstruktion des Goldenen Saales wurde in den 1990er-Jahren vollendet.

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Großprojekt:Olympische Spiele

Museum der Bayerischen Geschichte

Foto: MdbG

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Bei den Olympischen Spielen in München 1972 wollte sich die junge Bundesrepublik 27 Jahre nach Kriegsende als modernes, demokratisches Land präsentieren. Umsetzen durften das Großprojekt der Freistaat Bayern und die Stadt München. Die olympischen Bauten, entworfen vom Architekten Günter Behnisch (1922-2010), prägen München bis heute. Der Anschlag auf israelische Sportler durch palästinensische Terroristen überschattete die fröhlichen Spiele von 1972.

© SZ vom 3.6.2019/bica

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