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CSU-Wahlkampf:Bleibt Seehofer Ministerpräsident? "Wir machen das ganz locker"

Obwohl eine Kandidatur Guttenbergs auf der Bundestagsliste als ausgeschlossen gilt, ist er bereits wieder ein wichtiger Bestandteil in Seehofers Plänen für Berlin. Der CSU-Chef möchte eine Art Schattenkabinett aufbieten, für jedes Schlüsselressort will er einen fähigen Kopf präsentieren. Der USA-Exilant Guttenberg mit besten internationalen Kontakten soll die Außenpolitik abdecken. Außenpolitik werde nicht nur im Wahlkampf eine Rolle spielen, sagte er, sondern generell "eine wachsende". Sogar als Außenminister sei Guttenberg vorstellbar, wird in der CSU schon geraunt, auch wenn das etwa so wahrscheinlich sein dürfte wie eine Rückkehr Edmund Stoibers als Ministerpräsident.

Größer werden die Ansprüche und die Aussichten der CSU beim Bundesinnenministerium sein, sollte die Union die Wahl gewinnen. Hier zeichnet sich immer deutlicher ab, dass Joachim Herrmann offenbar zu einem Wechsel nach Berlin bereit ist. Führende Köpfe in der Partei stellen sich übereinstimmend darauf ein, dass der bayerische Innenminister als Garant für innere Sicherheit die CSU-Bundestagsliste anführen wird. Darauf deuteten auch Herrmanns kämpferische Schlussworte in seiner Rede beim Aschermittwoch hin, als er die Partei zur Geschlossenheit und zu einem engagierten Wahlkampf aufrief.

Ungewiss ist hingegen, wen die CSU auf zwei anderen zentralen Themenfeldern aufbieten wird. Wirtschaftsministerin Ilse Aigner hat bereits ausgeschlossen, dass sie nach ihrer Rückkehr nach Bayern vor vier Jahren nun wieder nach Berlin geht. Auch Finanzminister Markus Söder lehnt einen Wechsel aus Bayern bislang kategorisch ab.

In der CSU wird daher schon spekuliert, ob sich in Georg Fahrenschon, ein weiterer Organisator des Neufahrner Gesprächskreises, bald wieder stärker einbringen könnte. Dagegen spricht allerdings sein gut dotiertes Amt als Präsident des deutschen Sparkassenverbandes, das ihn zur Zurückhaltung verpflichtet.

Wer über allen thronen soll, daran hat zuletzt der CSU-Ehrenvorsitzende Stoiber - obwohl ein Förderer Söders - keinen Zweifel gelassen: Horst Seehofer müsse als Parteichef und Ministerpräsident weitermachen, forderte Stoiber, die Herausforderer müssten sich noch gedulden. Stoiber gehört zu jenen, mit denen Seehofer derzeit ausführlich über die Zukunft der Partei spricht. Auch andere dürften so denken. Seehofer will sich - wie im Wahljahr 2013 - jedoch erst nach einem Gesundheits-Check und einem Gespräch mit seiner Familie festlegen. "Wir machen das ganz locker", sagte er in Neufahrn über die Personalfragen. "Wohl wahr", sagte Guttenberg.

© SZ vom 13.03.2017/ebri
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