Umwelt und Natur:Warmer Februar lässt Vögel früher brüten

Umwelt und Natur: Ein Storch fliegt mit kleinen Ästen im Schnabel über eine Wiese. Zugvögel wie der Weißstorch sind bereits aus ihren Winterquartieren zurück in Bayern. (Symbolfoto)

Ein Storch fliegt mit kleinen Ästen im Schnabel über eine Wiese. Zugvögel wie der Weißstorch sind bereits aus ihren Winterquartieren zurück in Bayern. (Symbolfoto)

(Foto: Daniel Karmann/dpa)

Die milden Temperaturen führen dazu, dass einige Zugvögel wie Weißstörche und Stare bereits aus ihren Winterquartieren zurück in Bayern sind.

Das milde Wetter im Februar lässt Vögel früher singen und brüten. Auch erste Zugvögel wie Stare sind nach Angaben des Naturschutzverbands LBV bereits nach Bayern zurückgekehrt. "Besonders lang anhaltende, starke Abweichungen von Temperatur und Niederschlag, wie sie in den letzten Jahren aufgrund der Klimakrise immer häufiger vorkommen, können dazu führen, dass Tiere früher im Jahr aktiv werden und sich eher fortpflanzen", erläuterte die LBV-Expertin Angelika Nelson am Donnerstag in Hilpoltstein.

Einige Vögel scheinen sich der Biologin zufolge an den verkürzten Winter anpassen zu können. Diese könnten dadurch im Vorteil sein, weil sie früher mit der Brut beginnen und dadurch mehr Nachkommen groß ziehen könnten. So zeigten Goldammern und Weißstörche schon erstes Brutverhalten, sagte Nelson. Langstreckenzieher - also Zugvögel, die weit entfernte Winterquartiere haben - seien dagegen im Nachteil. So verweile der Trauerschnäpper zum Beispiel zurzeit noch im südlichen Afrika. Wenn er zur üblichen Zeit zurückkehre, könnten Nisthöhlen bereits von Meisen oder Kleibern besetzt sein.

Der Klimawandel bringe das Ökosystem durcheinander, sagte Nelson. "So kann es passieren, dass Vögel bereits Junge haben, aber noch keine Nahrung für sie finden, weil sich manche Insekten noch in der Winterstarre befinden." Auch Fledermäuse unterbrechen nach ihren Angaben häufig ihren Winterschlaf, wenn Temperatur und Luftfeuchtigkeit in ihrer Höhle nicht mehr passen. Wie sich solche Störungen auswirkten, werde die Entwicklung in den kommenden Jahren zeigen, sagte die Expertin.

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