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Politik in Bayern:CSU zählt nach Laschet-Kür Hunderte Anträge auf Online-Mitgliedschaft

Unions-Machtkampf weiter ungeklärt - Söder

Die Anträge für eine CSU-Online-Mitgliedschaft sind nach Söders Niederlage "sprunghaft" gestiegen.

(Foto: Peter Kneffel/dpa)

Man komme bei der Bearbeitung derzeit kaum hinterher, teilt die Partei mit.

Von Johann Osel

Die CSU schickt dieser Tage stolz ihren Kanzlerkandidaten ins Rennen, weil es Markus Söder ja nicht geworden ist, muss der frühere ran: Edmund Stoiber. Das Rennen aber ist nicht das um die Bundesregierung, sondern um neue Mitglieder: Online-Mitglieder.

Seit gut einem halben Jahr besteht die Möglichkeit, sich digital den Christsozialen anzuschließen, auch außerhalb Bayerns. Seit dieser Woche, seit Söders Rückzug und der Kür von Armin Laschet, soll es einen Boom geben; seit Donnerstag 2000 Neuzugänge.

Da kommt Stoiber ins Spiel, als Zugpferd. Die CSU hat ein Video ins Netz gestellt, es leitet ein mit Stoibers berühmter Haspelrede über den Transrapid: "Wenn sie vom Hauptbahnhof in München, mit zehn Minuten ..." Dann Auftritt Stoiber: Keine zehn, nur eine Minute sei nötig, um digital Mitglied zu werden, "überall, wo sie heute in Deutschland sind". Stoiber zählt auf: Berlin, Hamburg, Hildesheim, Duisburg, Castrop-Rauxel, Stuttgart. Es sind gleich zwei Städte aus Laschets Nordrhein-Westfalen dabei.

"Herzliche Gratulation von mir als Ehrenvorsitzender", so Stoiber. Wohl dafür, dass man zum Gefolge des "Kanzlerkandidaten der Herzen" gehört, wie Söder jüngst von Generalsekretär Markus Blume proklamiert wurde. Jedenfalls bestätigt eine CSU-Sprecherin auf SZ-Anfrage den Trend. Bisher wurde die Idee zurückhaltend beworben, bis Montag gab es 300 Online-Mitglieder.

Seit Dienstag komme man "kaum hinterher" mit der Bearbeitung; 90 Prozent von außerhalb Bayerns. Fünf Euro im Monat kostet das. "Informationen aus erster Hand" locken, Online-Umfragen, Schulungen, digitale Events, aber kein innerparteiliches Stimmrecht.

Im Herbst schuf Blume diese Option, die CSU biete "neue Formen des Mitmachens"; dazu gehörten auch Digitalbeauftragte für alle Gliederungen. Man sei, hieß es am Freitag, "die digitalste Volkspartei in Deutschland".

© SZ/dpa/mmo, van
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