Denkendorf:Mann bekommt Ehering wieder - nach 50 Jahren

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Denkendorf: Immer wieder gehen Eheringe verloren - und tauchen manchmal auf wundersame Weise wieder auf.

Immer wieder gehen Eheringe verloren - und tauchen manchmal auf wundersame Weise wieder auf.

(Foto: imago stock&people/imago/Westend61)

Wer schon einmal den Ehering verloren hat, kennt die damit verbundenen Qualen: Materiell mag das Stück ja ersetzlich sein, immateriell aber nie. Wie gut also, dass im Landkreis Eichstätt ein Ring wieder an seinen Finger fand - nach Jahrzehnten. Ein Wunder, das häufiger vorkommt.

Glosse von Maximilian Gerl

Sogar in diesen so teuren wie rohstoffknappen Tagen ist ein Ehering mehr als eine Wertanlage. Er bleibt Symbol für Treue, Verbundenheit und Liebe, obwohl der Zeitenlauf alle drei mitunter mehr in Mitleidenschaft zieht als das hübsch zurechtgebogene Metall. Wer also schon mal den Ehering verloren hat (und der Autor dieser Zeilen weiß, wovon er spricht), kennt die damit verbundenen Qualen. Materiell mag das gute Stück ja ersetzlich sein. Immateriell ist es jedoch zumeist von unschätzbarem Wert. Und das Glück entsprechend gewaltig, wenn der Ring wieder auftaucht und an den Finger findet.

Auf Letzteres aber muss man manchmal lange warten: so lange, dass alle Hoffnung schon verloren ist. Auch in Denkendorf im Landkreis Eichstätt kannte man bis vor Kurzem so einen scheinbar aussichtslosen Fall. Dort entfleuchte irgendwann gegen Ende der 1960er-Jahre - so berichtet es die Passauer Neue Presse - einem Mann bei landwirtschaftlichen Arbeiten der Ring. Servus und ade! Bis im Jahre 2022 ein Sondengänger zufällig ein Piepsen auf dem Bildschirm hatte. Mit seinem Fund ging er ins Denkendorfer Rathaus, das dank der Ringgravur das zugehörige und immer noch in Denkendorf lebende Ehepaar ausfindig machte. Die Freude sei riesig gewesen, notiert die PNP über die Zusammenkunft von Schmuck und Finger; umso mehr, als dass der Mann in all den Jahrzehnten auf einen Ersatzring verzichtet habe.

Ein kleines, wunderschönes Wunder also - das eher nicht die Regel ist und doch gar nicht so selten vorkommt angesichts der Masse an Eheringen, die in der großen weiten Welt herumgetragen wird. So verlor 1968 eine Bäuerin in einem emsländischen Kuhstall ihren Ring, den 2019 ein Jäger in einer Ackerfurche fand, einen Kilometer vom Hof entfernt: Offenbar hatte sich der Ring mit dem Dung auf den Feldern verteilt. 2021, nach der verheerenden Flut im Ahrtal, stieß ein Mann im Schlamm auf seinen während des Hochwassers fortgeschwemmten Ehering. Und im Juni dieses Jahres tauchte ein Ring auf, der 1997 schier zielgenau in die Ritze eines Schwabacher Turnhallenbodens gerollt war. Die befreiende Kreissäge durfte erst angesetzt werden, als die alte Halle einem Neubau weichen sollte. Es ist also nichts für die Ewigkeit, aber ein Ehering hält bestenfalls ein bisserl länger.

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