Bad Reichenhall:Jäger stürzt in die Tiefe und stirbt

Bad Reichenhall: Ein Polizeihubschrauber barg den Leichnam des abgestürzten Jägers.

Ein Polizeihubschrauber barg den Leichnam des abgestürzten Jägers.

(Foto: Markus Leitner/BRK Berchtesgadener Land)

Der 49-Jährige will am Fuderheuberg einer Gams hinterher steigen, die er geschossen hat. Dabei fällt er 60 Meter in die Tiefe. Der Bayerische Jagdverband nimmt den Tod des Jägers zum Anlass für Kritik an den Bayerischen Staatsforsten.

Ein 49-jähriger Mann ist nahe Bad Reichenhall in Oberbayern beim Jagen an einem Berg abgerutscht und ums Leben gekommen. Wie die Polizei am Samstag mitteilte, war der Hesse am Freitag mit einem 30-Jährigen aus Niedersachsen unterwegs.

Nachdem er eine Gams geschossen hatte, rutschte das getroffene Tier eine Rinne am Fuderheuberg rund 50 Meter hinunter. Der 49-Jährige stieg seiner Beute die steile Rinne hinab nach. Dabei stürzte er in dem felsigen, mit Bäumen durchsetztem Gebiet rund 60 Meter in die Tiefe und kam nach 200 Metern zum Liegen. Der Mann schaffte es laut Polizei noch, einen Notruf abzusetzen. Doch der Notarzt konnte später vor Ort nur noch seinen Tod feststellen.

Der Tote wurde von der Alpinen Einsatzgruppe der Polizei mit einem Hubschrauber und mit Unterstützung der Bergwacht geborgen. Ein Polizeibergführer nahm unter Leitung der Staatsanwaltschaft die Ermittlungen zur Ursache des Unfalls am Freitag auf. Der Begleiter wurde vom Kriseninterventionsdienst der Bergwacht betreut.

Bayerischer Jagdverband kritisiert Staatsforsten

Der Bayerische Jagdverband nahm die Nachricht vom Tod des Jägers noch am Samstag zum Anlass für Kritik an den Bayerischen Staatsforsten. Hätten sich diese an die normale, seit Mitte Dezember geltende Schonzeit für Gamswild gehalten, so "wären zu diesen Unzeiten keine Jäger auf Gamsjagd im gefährlichen Gelände", hieß es vom Jagdverband.

Er prangert schon seit längerer Zeit an, dass die Behörden die Schonzeit in bestimmten alpinen Gebieten, wie dem Fuderheuberg, eingeschränkt haben, weil sie dort zu viel Wild vermuten und befürchten, dass der Wildverbiss an den Bäumen das natürliche Nachwachsen des Waldes und so teilweise auch die Sicherheit tieferliegender Gebiete gefährdet. Vor allem bei den Gämsen gehen auch die Schätzungen zur Population zwischen Staatsforsten und Jagdverband weit auseinander.

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