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Atomkraftwerk Gundremmingen:Brennelemente lagern seit 28 Jahren im Abklingbecken

  • Seit 1986 lagern im Atomkraftwerk Gundremmingen bereits verbauchte Brennelemente im Abklingbecken. Das geht aus einer Grünen-Anfrage hervor.
  • Brennelemente sollten jedoch nicht länger als 5 Jahre gelagert werden.

Brennelemente seit 1986 im Abklingbecken

Im Atomkraftwerk Gundremmingen lagern verbrauchte Brennelemente seit 28 Jahren im Abklingbecken. Das berichtet das Umweltministerium in der Antwort auf eine Anfrage der Landtags-Grünen. Die Abgeordneten Christine Kamm und Rosi Steinberger wollten wissen, seit wann die am längsten im Abklingbecken befindlichen Spaltelemente dort lagern: "Seit 1986", heißt es in der Antwort lapidar.

"Billiges Dauerlager abgenutzter Brennelemente"

Eigentlich sollten Brennelemente nur maximal fünf Jahre im Abklingbecken lagern, kritisierte Kamm. Dann sollten die Brennelemente im Zwischenlager abgestellt werden. "Offensichtlich nutzen aber die Betreiber das Nasslager als billiges Dauerlager abgenutzter Brennelemente", sagte die schwäbische Grünen-Politikerin. Nach Ansicht der Grünen ist das Vorgehen "verantwortungslos".

Das Umweltministerium in München wies darauf hin, dass fünf Jahre die vorgegebene Mindestzeit im Becken sei. "Eine Obergrenze gibt es aus sicherheitstechnischer Sicht nicht", sagte ein Sprecher. Die Lagerung der Brennelemente in Gundremmingen sei "sicherheitstechnisch geprüft und erfüllt alle rechtlichen Anforderungen".

Nicht mehr viel Platz im Atommeiler

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210 Meter lang, zehn Meter hoch und 85 Zentimeter dick. Am Atommüll-Zwischenlager in Gundremmingen wird Deutschlands erste Schutzwand gegen Terroranschläge errichtet. Der Bürgermeister fürchtet aber, dass Gundremmingen damit nicht mehr nur Zwischenlager bleibt.   Von Stefan Mayr

Darüber hinaus ist in den Abklingbecken in dem schwäbischen Atommeiler nicht mehr viel Platz. Insgesamt 4410 alte Brennstäbe sind laut Ministerium dort gelagert, Platz wäre lediglich noch auf 435 "frei verfügbaren Positionen", wie es in dem Schreiben heißt.

Die zwei Blöcke B und C in Gundremmingen im Kreis Günzburg sollen nach dem Fahrplan des Atomausstiegs 2017 beziehungsweise 2021 abgeschaltet werden. Im Januar war Block B wegen einer undichten Stelle bereits vorübergehend vom Netz genommen worden.

Am zugehörigen Atommüll-Zwischenlager hatte zuletzt der Bau einer Schutzwand gegen Terroranschläge begonnen. Kritiker - darunter auch Bürgermeister Wolfgang Mayer - fürchteten, Gundremmingen könnte damit nicht mehr nur Zwischenlager bleiben, sondern irgendwann zum Endlager werden. Die Frage nach der Lagerung der hochgiftigen Abfälle deutscher Atomkraftwerke ist nach wie vor nicht geklärt.