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Probefahrt Audi Q7:Groß und schlank

Der neue Audi Q7.

Der neue Audi Q7 bei Abnahmefahrten in Namibia. Das SUV, das ab Juni verkauft wird, unterscheidet sich äußerlich nur wenig vom Vorgänger.

(Foto: WGO)

Unterwegs im Audi Q7: Die neue Generation des Fünf-Meter-SUVs hat massiv abgespeckt. Das wirkt sich in allen Belangen positiv aus. Dennoch poltert und knistert es noch an einigen Stellen.

Menschen sieht man es an, wenn sie abgenommen haben. Beim neuen Audi Q7 ist das nicht der Fall. Schade, denn der ab 61 000 Euro erhältliche Fünf-Meter-SUV hat bis zu 325 Kilo abgespeckt: Mehr Alu, mehr hochfeste Stähle, mehr Kunststoff.

Natürlich merkt man den Kalorienschnitt an der Tankstelle, denn dort ist der große Crossover nur noch ein seltener Gast. Der Diesel konsumiert nach Norm asketische 5,4 Liter, und selbst auf Namibias Wüstenpfaden weigerte sich der Bordcomputer, zweistellige Werte anzuzeigen. Allzeit präsent sind andere Vorteile der Abmagerungskur. Dazu gehören das für einen Geländewagen ungewöhnlich niedrige Geräuschniveau, der geschmeidige Federungskomfort und der in fast allen Fahrzuständen bemerkenswerte Zugewinn an Agilität.

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Der Q7 ist in der Vorreiterrolle

Das Design des neuen Q7 löst keine Begeisterungsstürme aus. "Erst nach zweieinhalb Jahren hat er angefangen, mir zu gefallen", gesteht ein Bereichsleiter während der letzten Abnahmefahrt. Die war alles andere als eine PR-Aktion. Wir verzeichneten drei Teil-Ausfälle, zwei davon verursacht durch Fahrfehler und einen in Form der Klimaanlage, die bei knapp 40 Grad den Dienst quittierte. Ganz zu schweigen von Detailmängeln wie Poltern hier, Knistern da und Sandeintritt dort.

Audi wird den Wagen wohl langsamer anlaufen lassen als einen A3, denn die Fertigung ist komplex, die Ausstattungsvielfalt verwirrend, der Qualitätsanspruch hoch. Außerdem spielt der Q7 die Vorreiterrolle für die neuen Full-Size-SUVs des Konzerns, die in Bratislava gebaut werden: Audi, Bentley, Lamborghini, Porsche und VW wollen bis zu 230 000 Einheiten pro Jahr erreichen. Audi und Bentley setzen auf den langen Radstand mit mehr Kopf- und Beinfreiheit, einer optionalen dritten Sitzreihe für mittelgroße Passagiere und 890 Liter Kofferraumvolumen.

Der Innenraum des neuen Audi Q7.

Im Innenraum poltert und knistert es noch ein wenig. Die Bedienung hinterlässt einen zwiespältigen Eindruck.

(Foto: WGO)

Es poltert und knistert

Das Interieur wirkt hübsch und edel, die Verarbeitung ist top, und das neue multifunktionale Display dürfte nicht nur der Smartphone-Generation gefallen. Wer mag, kann sich ein ganzes Rudel Assistenzsysteme ins Fahrzeug holen, die uns mit Riesenschritten dem diskutablen Ideal der autonomen Fortbewegung näher bringen. Auch die Konnektivität ist auf der Höhe der Zeit, wobei man sich im Ausland beim Zugriff auf Internetdienste wie Google Maps per Flatrate absichern sollte.

Die Bedienung haben wir als zwiespältig empfunden. Der neue Wählhebel liegt zwar gut zur Hand, doch wo früher die Parkposition war, lauert jetzt der Rückwärtsgang. Den P-Drücker im Joystick haben die Audianer ebenso von BMW übernommen wie die acht frei belegbaren Favoritentasten. Das Touchpad auf der Mittelkonsole ist jetzt deutlich größer, der MMI-Drehdrücksteller wurde dafür kleiner und ist nicht mehr so intuitiv zu greifen. Auch das Multifunktionslenkrad und die drei Lenkstockhebel sind in Summe eine Wissenschaft für sich.