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Opel Karl im Fahrbericht:Ein echter Kerl, der Karl

Der neue Opel Karl

Der neue Opel Karl steht ab 20. Juni bei den Händlern und kostet mindestens 9500 Euro.

(Foto: Harald Dawo; Adam Opel AG)

Ein Stadtauto mit viel Platz zum Preis von 9500 Euro: Der neue Opel Karl zeigt, dass ein vernünftiges Auto auch günstig sein kann.

Elf Monate vergingen zwischen Ankündigung und Vollzug: Am 21. Juli des vergangenen Jahres stellte Vorstandschef Karl-Thomas Neumann ein neues Opel-Einstiegsmodell in Aussicht, am 20. Juni 2015 kommt es zu den Händlern. Der Neuling hört auf den Namen Karl, tritt im Segment von VW Up, Hyundai i10 und Kia Picanto an und setzt die Konkurrenten mit seinem Preis unter Druck. 9500 Euro kostet die Basisversion, die höherwertigen Ausstattungslinien sind mit 10 650 beziehungsweise 12 900 Euro nicht viel teurer. Der Maximalpreis liegt bei 15 395 Euro. Dann ist alles an Bord, was die Aufpreisliste hergibt.

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Ein Grund für die günstige Preisgestaltung sind die fehlenden Variationsmöglichkeiten bei Motor und Getriebe. Es gibt vorerst nur einen Einliter-Dreizylinder-Benziner mit 75 PS und einem maximalen Drehmoment von 95 Newtonmetern, der mit einem manuellen Fünfganggetreiebe gekoppelt ist. Der Normverbrauch des Antriebs liegt bei 4,3 Litern auf 100 Kilometern, der tatsächliche Durst ist nicht viel größer. Mit dem Inhalt des 32-Liter-Tanks lassen sich auch mit vollbesetztem Wagen und selbst bei nicht allzu behutsamem Umgang mit dem Gaspedal leicht mehr als 500 Kilometer am Stück fahren.

Nerviger Klang bei hohen Drehzahlen

Sportliche Ambitionen hegt der Opel Karl freilich nicht. Die Fahrleistungen, 15,5 Sekunden von null auf hundert km/h und ein Maximaltempo von 170 km/h, lassen dann auch eine gewisse Trägheit erahnen. Tatsächlich ist der nur knapp eine Tonne schwere Fünftürer - vor allem in der Stadt - flink unterwegs. Ein Bonus ist hier die auf Knopfdruck leichtgängiger abzustimmende Lenkung, die aber erst in der höchsten Ausstattungsvariante serienmäßig dabei ist.

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Die Drehzahl des Motors sollte während der Fahrt besser nicht nennenswert über die 3000er-Marke steigen, da der angestrengte Dreizylinderklang schnell nervt. Besser, der Fahrer orientiert sich an der Schaltpunktanzeige, die meist frühes Hochschalten empfiehlt und so hilft, den Verbrauch niedrig zu halten. Ein automatisiertes Schaltgetriebe, wie es auch beim Adam oder Corsa erhältlich ist, dürfte in ein paar Monaten auf der Aufpreisliste zu finden sein.