Neuvorstellung bei Opel:Karl der Kleine

Gestatten, Karl. Nach dem Adam benennt Opel auch das nächste Modell nach einer wichtigen Person der Firmengeschichte. Nomen est omen: Der neue ist traditionell, solide - und ein bisschen langweilig.

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Opel Karl: Offizielle Vorstellung in Genf 2015

Opel Karl Frontansicht

Quelle: STG

Sein Name ist einfach "Karl". Nicht mehr, nicht weniger. Nach dem "Adam" benennt Opel damit das nächste Auto nach einer historischen Firmenpersönlichkeit, in diesem Fall nach dem ältesten Sohn Carl (1869-1927) des Unternehmensgründers Adam von Opel. Zumindest muss man Opel zugestehen, sich damit dem Trend zu widersetzen, Autos kryptische Buchstaben- und Zahlenkombinationen aufs Heck zu schreiben.

"Der Name Karl ist aus den Opel-Markenwerten abgeleitet: deutsch, emotional, nahbar. Kurz, knackig, charaktervoll und einprägsam ist er noch dazu", sagt Opel-Marketingchefin Tina Müller in der typischen Werbesprache dazu.

Kurz und knackig ja, aber eben auch ein bisschen altbacken, das ist das Ergebnis. Das passt aber immerhin zum Opel Karl, der 2015 beim Genfer Autosalon offiziell vorgestellt wurde und am 20. Juni auf den Markt kommt.

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Vernunft statt Lifestyle

Opel Karl Heck

Quelle: STG

Ist der Adam der Versuch, bei der Lifestyle-Mini-Klientel zu punkten, soll Karl die vernunftgetriebenen Autokäufer ansprechen. Dafür spricht vor allem der Preis von 9500 Euro. "Ein erwachsenes Fahrzeug, das Herz und Verstand gleichermaßen anspricht", formuliert es Opel-Chef Dr. Karl-Thomas Neumann. Allerdings behauptet das jeder Hersteller von jedem seiner Autos.

Klar ist nun, dass der Autokäufer im Fall des Karl mehr Auto fürs Geld bekommt. Bei 3,68 Meter Länge bewegt sich der Kleinwagen in den Dimensionen des Opel Adam, bietet aber Platz für vier bis fünf Personen und ist mindestens 2250 Euro billiger.

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Nur ein Motor zum Start

Opel Karl Innenraum

Quelle: STG

Gespart wird bei den Motoren. Zum Verkaufsstart gibt es nur einen neu entwickelten Einliter-Dreizylinder, der 75 PS leistet. Stärkere Benziner sind in Zukunft nicht ausgeschlossen, ein Diesel ist aber nicht geplant. Im Gegensatz zu der Motorengeneration in Adam und Corsa muss Karl ein manuelles Fünfgang-Getriebe reichen.

Optional bietet der Kleinwagen eine Reihe von Komfort- und Sicherheitsausstattungen wie Spurhalteassistenten, Glasdach, beheiztes Lenkrad und das IntelliLink-Bediensystem zur Integration von Smartphones. Dann wird es allerdings nichts mehr mit einem Preis unter 10 000 Euro.

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Elektro-Variante des Karl könnte es auch geben

Opel Karl Front

Quelle: STG

Nach Informationen von Auto Bild soll es vom Karl in Zukunft auch eine Elektrovariante unter dem Namen "City-e" geben. Die Technik ist bereits vorhanden, der Adam basiert auf dem koreanischen Chevrolet Spark, den es schon in einer Stromversion gibt. Dann brächte es der Elektro-Karl auf eine Reichweite von 150 Kilometern zu einem Einstiegspreis von etwa 20 000 Euro.

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Opel und die Zukunft: das Monza Concept

Opel Monza Concept

Quelle: WGO

Für Opel ist Karl die dringend benötigte Erweiterung des Portfolios. Mit 11 750 Euro war bisher der Adam das günstigste Fahrzeug aus Rüsselsheim. Da aber gerade in urbanen Gebieten kleine Autos zum bezahlbaren Preis immer beliebter werden, soll der neue Kleinwagen diese Lücke schließen.

Mittels Image-Pflege hat sich Opel schon in den letzten Jahren bemüht, neue Kunden anzusprechen. Auf der IAA 2013 stellten die Rüsselsheimer die viel umjubelte Studie Monza Concept vor. Auf die Straße geschafft hat es das Coupé bisher nicht, doch die aggressivere Formensprache soll in Zukunft zumindest in anderen Serienmodellen auftauchen.

Fehlt nur noch die Fahrzeugklasse, auf die im Moment alle Marken schielen: das SUV. Es ist zumindest schon in Planung und soll 2019 erscheinen. Der Einstiegspreis ist dann aber nicht mehr so erdverbunden wie beim Karl: Das erste große Opel-SUV soll bei etwa 30 000 Euro liegen.

© Süddeutsche.de/reek/pressinform/kaeb/rus
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