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Opel Adam Rocks im Fahrbericht:Unrasierter Freigeist

Opel Adam Rocks

Der Opel Adam Rocks kommt am 27. September zu Preisen ab 15 990 Euro auf den Markt.

(Foto: Charlie Magee; Adam Opel AG)

Der Adam gilt als Frauenauto. Um vermehrt Männer anzusprechen, kultiviert Opel bei der neuen Rocks-Variante das Flegel-Image. Der famos von einem Dreizylindermotor angetriebene Kleinwagen gibt sich entsprechend ungehobelt.

Karosserieverkleidungen aus Kunststoff, angedeutete Unterfahrschutz-Elemente, große Rädern und verchromter Auspuff: Im Vergleich zum Opel Adam kommt dessen Rocks-Variante etwas unrasiert daher. Doch was Geländegängigkeit suggeriert, sind nur optische Spielereien. Obwohl die Karosserie des Rocks 15 Millimeter höher liegt, sollte man von ihm keine ausgeprägten Offroadeigenschaften erwarten, schließlich bleibt ein Allradantrieb außen vor.

Die robustere Optik lässt sich als Maßnahme interpretieren, die Kundschaft des Adam männlicher werden zu lassen. Bislang greifen vor allem Frauen zu Opels Kleinstem, der Anteil liegt bei 70 Prozent. Beim Rocks sollen es 60 Prozent sein.

Neuvorstellung Opel Corsa

Inspiration vom kleinen Bruder

Ob Frau oder Mann, für eines muss Opel dem Adam dankbar sein: Er schafft es, die Kundschaft zu verjüngen. Nach eigenen Angaben sind dessen Käufer im Schnitt 42 Jahre alt - zwölf Jahre jünger als der durchschnittliche Opel-Kunde. Das Konzept mit auffälligem Design und vielen Individualisierungsmöglichkeiten geht also auf.

Farbspiele

Der Rocks bietet in dieser Hinsicht noch mehr als sein unbeplankter Bruder. 18 Lackierungen können nach Lust und Laune mit Dachholmen in sechs unterschiedlichen Farben kombiniert werden. Das serienmäßige elektrische Panorama-Faltdach, das dem Rocks bislang exklusiv vorbehalten ist und ihn in nur fünf Sekunden in ein Halb-Cabrio verwandelt, ist entweder schwarz oder braun. Auch bei den Felgen- oder Innenraum-Dekors kann man sich beim Konfigurieren seines Autos austoben. Die Kunden nehmen das Angebot an, auch wenn es teils happige Aufpreise kostet - wenn man sich schon ein Auto kauft, dann ein möglichst eigenständig gestaltetes.

Der Dreizylinder-Turbobenziner des Opel Adam Rocks

Den im Adam Rocks eingeführten Dreizylinder-Turbobenziner gibt es bald auch in anderen Opel-Modellen.

(Foto: Charlie Magee; Adam Opel AG)

Technische Details interessieren einen Adam-Käufer nur am Rande. Wie viele Zylinder der Motor hat und wie groß dessen Hubraum ist, ist für sie nicht mehr als ein Randaspekt. Die Käufer anderer Opel-Modelle sehen das vielleicht etwas anders und schauen deshalb erwartungsvoll auf die Markteinführung des Adam Rocks am 27. September. Mit ihm präsentiert Opel eine neue Generation von Dreizylinder-Turbobenzinern, die irgendwann ihren Weg in den Corsa, Astra oder Mokka finden werden.

Kräftig, leise und laufruhig

Bei der Präsentation des Adam Rocks in Riga musste sich der Motor erstmals beweisen. Aus nur einem Liter Hubraum schöpft die Maschine dank Aufladung 115 PS und maximal 170 Newtonmeter. Das macht aus ihm das neue Adam-Topmodell und einen quirligen Sprinter. Im mittleren Drehzahlbereich marschiert der Adam Rocks so selbstbewusst nach vorne, dass der Null-auf-Hundert-Sprint bei Bedarf in 9,9 Sekunden gelingt. Auf der Autobahn sind nach offiziellen Angaben bis zu 196 km/h möglich.

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Noch ein größeres Plus als die Kraft des Triebwerks ist dessen Laufruhe. Während viele andere Dreizylinder unangenehm vibrieren und sich das Auto deshalb im Standgas schüttelt, als würde es frierend zittern, verhält sich der Opel einfach still. Auch während der Fahrt bleibt es angenehm ruhig, und bei erhöhten Drehzahlen äußert sich der Dreizylinder nicht mit einem heiseren Sägen - sonst das akustische Erkennungsmerkmal von Motoren dieser Bauart -, sondern mit einem unaufdringlichen, niederfrequenten Brummen. Ein weiterer Vorteil des neuen Motors gegenüber den antiquierten, im Angebot verbleibenden Vierzylindern mit 70, 87 oder 100 PS ist dessen Euro 6-Abgaseinstufung. Die anderen Aggregate schaffen aktuell nur Euro 5.