VW Golf GTE Ein Elektroauto für 50 Kilometer

Es gibt aber noch die E-Taste, die den Elektromodus aktiviert und den Golf GTE für maximal 50 Kilometer zum "Null-Emissionen-Auto" macht. Sorgt nur der Elektromotor für Vortrieb, ist der Topspeed auf 130 km/h limitiert, damit die Batterie nicht über Gebühr beansprucht wird. Ist die Batterie komplett leer, dauert ein Ladevorgang an der Haushaltssteckdose bis zu dreieinhalb Stunden. Wer die optionale Wallbox in der heimischen Garage oder eine öffentliche Ladesäule nutzt, hat nach zweieinhalb Stunden eine volle Batterie.

Verlockend klingt die Gesamtreichweite von 939 Kilometern. Einigermaßen realistisch ist dieser Wert jedoch nur, wenn sich diese Strecke vor allem aus Touren in der Stadt zusammensetzt, wo der E-Motor den 1,4-Liter-Turbobenziner möglichst oft unterstützen kann. Auf Langstrecken mit hohem Autobahnanteil dürfte ein sparsamer Dieselmotor die bessere Wahl bleiben. Interessant ist jedoch das intelligente Batteriemanagement. Der Fahrer kann den Hybridantrieb so konfigurieren, dass am Reiseziel, das womöglich in der Innenstadt liegt, noch viel elektrische Energie in der Batterie gespeichert bleibt. So kann er die letzten Kilometer rein elektrisch zurücklegen und den Akku an der Steckdose wieder aufladen, sobald er sein Ziel erreicht hat.

Seine Weltpremiere feiert der VW Golf GTE auf dem Genfer Autosalon 2014.

(Foto: Volkswagen AG)

DSG mit drei Kupplungen

Der Golf GTE bietet einige bemerkenswerte technische Lösungen. Beispiel Getriebe: Das serienmäßige Direktschaltgetriebe "DSG", das bei Modellen, die ausschließlich von Verbrennungsmotoren angetrieben werden, mit zwei Kupplungen arbeitet, verfügt hier über drei. Zudem haben die VW-Ingenieure den Elektromotor in das Getriebegehäuse integriert, um den Antrieb möglichst kompakt zu halten.

Den Energiefluss zwischen den einzelnen Antriebskomponenten und der Batterie kann der Fahrer über den 6,5-Zoll-Monitor beobachten. Im Drehzahlmesser sitzt zudem ein Powermeter, das darüber informiert, ob die Batterie gerade Energie abgibt oder ob sie durch zurückgewonnene Bremsenergie wieder geladen wird.

Ein Problem haben die bisher erhältlichen Plug-in-Hybride jedoch gemein: Meist sind deren Batterien zu schwach, um dauerhaft den Spritverbrauch auf den von ihren Herstellern angegebenen Wert zu senken. Der Golf GTE steht nun in der Pflicht, hier einen Fortschritt zu bringen und den großen Ansprüchen Taten folgen zu lassen.