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Elektromodell i3 von BMW:Ein Auto wie eine Welt-Religion

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Vom November an steht der BMW i3 beim Händler.

(Foto: UWE FISCHER; BMW)

Ende des Monats wird BMW seinen lang erwarteten i3 offiziell vorstellen. Ein Elektroauto, das allen Luxus-Ansprüchen genügen soll. Bei der verwöhnten Kundschaft gibt es trotzdem noch Widerstände zu überwinden. Entsprechend akribisch wird der Start vorbereitet - und der Wagen kurzerhand zur Religion erhoben.

Das Elektroauto ist das Auto der großen Phobien. Die Kunden haben Angst, dass sie nach ein paar Kilometern mit leerer Batterie auf der Straße liegen bleiben. Sie haben Angst, dass sie ein nutzloses Auto kaufen, mit dem sie nicht einmal bis nach Italien kommen. Sie haben Angst, dass sie die Reparaturen ein Vermögen kosten könnten.

Auch die Autohersteller haben Angst. Sie haben Angst, dass ihre Kunden zu viel Angst haben und deshalb kein Elektroauto kaufen. Das weiß auch Ian Robertson, und deshalb sagt der Vertriebsvorstand von BMW: "Wir haben an alle Fragen gedacht, die die Leute haben könnten." Er muss an all diese Fragen denken, denn sein Konzern bringt im Spätherbst ein Elektroauto aus dem Leichtbaustoff Carbon auf den Markt. Ein Auto, das es bislang so noch nicht gegeben hat und von dem vieles abhängt, für BMW, aber auch für die Zukunft von Elektroautos insgesamt. Es ist sozusagen: der Testwagen für die ganze Branche.

Die Angst fährt mit

"Wir wollen eine wichtige Rolle spielen in der internationalen Elektroauto-Industrie", sagt Robertson. Das aber klappt nur, wenn sich das Auto auch verkauft. Deshalb wäre nichts schlimmer, als wenn Elektroautos liegen blieben. Nicht schnell repariert werden. Zu teuer repariert werden. Leute nicht mehr mit dem Auto in den Urlaub fahren können. "Sie wollen nach Südfrankreich? Wir finden einen Weg für Sie", sagt BMW-Vorstand Robertson. BMW besorgt Ersatzlimousinen mit Verbrennungsmotor und Platz für viele Kinder. Autos, bei denen man in ein paar Minuten volltankt, statt sie acht Stunden lang aufzuladen. Und "günstiger als Leihautos von Sixt", wie es heißt. So ist das mit neuen Geschäftsmodellen: Hat man erst mal eines, kommt oft noch ein zweites mit dazu.

BMW hat mit seinem i3 etwas Neues geschaffen. Ein Auto, das in sieben Sekunden auf 100 Stundenkilometer beschleunigt, zum Großteil aus leichtem Carbon besteht und weniger als 1200 Kilo wiegt. 230 davon gehen auf die Batterie, die sich unterhalb von Vordersitz und Rückbank zieht. Sie ist das Herz der neuen Auto-Kultur, nicht mehr der alte Verbrennungsmotor. Der i3 hat also mit einem Smartphone mindestens genau so viel zu tun wie mit einem Auto. Für rund 160 Kilometer reicht eine Batterieladung, danach muss man sehen, dass man eine geeignete Steckdose zum Aufladen findet. Das dauert dann sechs bis acht Stunden und kostet an die fünf Euro. E-Auto fahren ist also viel billiger als das Fahren mit Benzin oder Diesel. Wenn nur diese Angst nicht mitfahren würde.

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