Audi Q7 im Fahrbericht:Ausblick auf das autonome Fahren

Wichtiger als dem Q7 unterschiedliche Charaktere anzutrainieren, war den Audi-Ingenieuren, ihr Können auf dem Gebiet der elektronischen Fahrassistenten zu zeigen. Serienmäßig ist aber nur das Nötigste an Bord. Wer bereit ist, teils empfindliche Aufpreise zu bezahlen, erhält eine Art Rundumüberwachung, die nicht einmal dann endet, wenn das SUV geparkt ist - was sowohl vor- und rückwärts als auch parallel zur Fahrbahn mit automatischen Lenkbewegungen funktioniert. Will einer der Insassen aussteigen, wenn sich von hinten ein Fahrzeug nähert, blinken an den Türinnenseiten rote Lichter. Außerdem kann der Q7 selbständig Notbremsungen einleiten, wenn beim Ausparken jemand den Weg kreuzt, vor ihm plötzlich ein Hindernis auftaucht oder der Fahrer links abbiegen möchte, obwohl sich Gegenverkehr nähert.

Audi Q7 im Fahrbericht: Beim Q7 gibt es elektrische Unterstützung, so weit das Auge reicht.

Beim Q7 gibt es elektrische Unterstützung, so weit das Auge reicht.

(Foto: Graeme Fordham; Audi)

Einen Ausblick auf das autonome Fahren bietet ein System, das sperrig "prädiktiver Effizienzassistent" heißt. Ist der Abstandsregeltempomat aktiviert, nutzt die Technologie die in den Navigationsdaten hinterlegten Informationen, um möglichst sparsam ans Ziel zu kommen. Liegen eine enge Kurve voraus oder ein tempolimitierter Abschnitt, verzögert das Auto selbstständig, um später auf gerader Strecke oder schnelleren Abschnitten von alleine wieder auf das erlaubte Tempo zu beschleunigen. Ist gleichzeitig der Spurhalteassistent in Betrieb, übernimmt der Q7 die Lenkarbeit, sofern die Strecke nicht zu viele und zu enge Kurven bereithält. Allerdings fordert es den Fahrer nach weniger als einer Minute lautstark dazu auf, das Steuer wieder selbst zu übernehmen. Und völlig fehlerfrei arbeitet das System noch nicht. Aber der Q7 zeigt, dass der Weg zum Autopiloten für übersichtliche Schnellstraßen nicht mehr weit ist.

Es droht der Informationsoverkill

Der neue Audi Q7 ist ein Auto, das auch im Innenraum zeigt, was technisch heute machbar ist. Es gibt auf Wunsch elektrische Unterstützung bei so ziemlich allem, volldigitale Instrumente samt Head-up-Display, weitreichende Konnektivitätslösungen für die Einbindung sowohl von Apple- als auch Android-Geräten oder Soundsysteme mit 3D-Klang. Die Vielzahl der Systeme sorgt jedoch für einen ein Informationsoverkill auf den ersten Kilometern der Fahrt. Wer alles sicher nutzen möchte, sollte sich die korrekte Bedienung eingehend erklären lassen oder viel Zeit für das Studium des Handbuchs einplanen.

Serienmäßig ist jedoch kaum eine der Technologien. Die Preisliste des Q7 ist ein 48 Seiten starkes Booklet, die Aufzählung der Ausstattungsoptionen umfasst allein 34 Seiten. Es ist ein Leichtes, den Grundpreis von 60 900 (272-PS-Diesel) beziehungsweise 62 900 Euro (333-PS-Benziner) an die 100 000-Euro-Grenze zu treiben. Ob das noch sozialverträglich ist?

Die Reisekosten zur Präsentation des Audi Q7 in Verbier wurden teilweise vom Hersteller übernommen.

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