Quote, ja oder nein? Vor der Corporate Governance Jahreskonferenz wächst der Druck auf die Konzerne, ihre Aufsichtsräte weiblicher zu machen. Wie das geschehen soll, ist allerdings umstritten.
Der Druck wächst. Deutsche Unternehmen sollen künftig mehr Frauen in Führungspositionen und in den Aufsichtsräten haben. Bundesjustizministerin Sabine Leutheuser-Schnarrenberger (FDP) und Familienministerin Kristina Schröder (CDU) wollen den Frauenanteil bei Führungskräften in den Unternehmen sogar zur Vorschrift machen und einen Gesetzesvorschlag einbringen.
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Siemens-Chef Peter Löscher hat im Mai damit Schlagzeilen gemacht, dass er Brigitte Ederer als zweite Frau in den Vorstand des Technologiekonzerns holte. Sie soll das Personalressort führen. Mit 40 Prozent hat Siemens den größten Frauenanteil unter den Dax-Konzernen. Im 20-köpfigen Aufsichtsrat des Unternehmens sitzen vier Frauen. (© rtr)
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Sie wünsche sich in den Unternehmen einen Anteil von 20 Prozent im Jahr 2015, sagte Schröder in einem Interview mit dem Handelsblatt. Auch Klaus-Peter Müller, der Vorsitzende der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex hält den Anteil der Frauen in Führungs- und Kontrollfunktionen für zu gering. "Die Vorstände und Aufsichtsräte deutscher Unternehmen sind eine Domäne der Männer. Dies darf so nicht bleiben."
Am Mittwoch und Donnerstag treffen sich in Berlin deutsche Aufsichtsräte zum Jahrestreffen der Regierungskommission. Dort wird die Justizministerin einen kurzen Vortrag halten. Thema: "Aufsichtsräte müssen professioneller und weiblicher werden".
"Wir brauchen eine Quote"
Allerdings gibt es um die Frauen in den Aufsichtsräten erheblichen Streit. Sollen sie per Quote in die Gremien aufgenommen werden, wie es Norwegen tut, das einen Frauenanteil von 40 Prozent in den Kontrollgremien vorschreibt, oder soll es freiwillig geschehen?
Die Regierungskommission will keinen festen Prozentsatz für die Frauen vorgeben. Sie fordert von den Unternehmen allerdings, "den Anteil von Frauen und internationalen Vertretern in deutschen Aufsichtsräten nachhaltig zu erhöhen".
Das aus zwölf Mitgliedern von Unternehmen, Wissenschaft und Gewerkschaften zusammengesetzte Gremium könnte damit aber unter Druck des Gesetzgebers geraten, wenn der eine Frauenquote für Aufsichtsräte vorschreibt. "Wir brauchen endlich eine gesetzliche Regelung", verlangt Harald Wolf, der Berliner Senator für Wirtschaft, Technologie und Frauen in Berlin von der Partei die Linke.
Der Personalberater Hermann Sendele fände einen Frauenanteil von mindestens 25 Prozent einen guten Anfang. "Wir brauchen eine Quote, sonst wird sich in den Aufsichtsräten nichts ändern", sagt der Partner der Personalberatung Board Consultants. Wenn die Zahl der Frauen in den Aufsichtsgremien nicht erhöht werde, sei keine Änderung in den unteren Etagen zu erwarten.
Qualifizierungsdebatte für Aufsichtsräte
Aber es gibt auch Gegenstimmen. Karen-Elise Rehlen von der Personalberatung Korn/Ferry spricht sich gegen eine Quote aus. Sie spielt den Ball zur Regierung zurück, die dafür sorgen müsste, dass zum Beispiel die Angebote für Kinderbetreuung oder Ganztagsschulen ausgebaut würden, um für Frauen die Karriere mit dem Familienleben vereinbar zu machen.
Eine Quote hält die Beraterin für den falschen Weg, weil auch Frauen im Management Fehler machten. Für Monika Schulz-Strelow von der Organisation Frauen in die Aufsichtsräte (FidAR) haben dagegen die freiwilligen Regelungen bisher nichts gebracht. "Auch in Deutschland kann kurzfristig nur eine verbindliche Frauenquote für die Aufsichtsräte Abhilfe schaffen."
Das Problem ist, dass es in Deutschland bisher nur wenige Frauen gibt, die aufgrund ihrer beruflichen Erfahrung als Aufsichtsräte in Frage kämen. Kommissionspräsident Müller startete deshalb eine Qualifizierungsdebatte für Aufsichtsräte, und zwar für Männer wie für Frauen.
Auch die langgedienten Männer in den Führungsetagen seien nicht alle den Anforderungen gewachsen, die an Aufsichtsräte gestellt werden. Die häufigen Änderungen der Gesetze machten die ständige Weiterbildung auch für erfahrene Manager notwendig, sagt der oberste deutsche Corporate Governance-Hüter. Müller, so ist aus seiner Umgebung zu erfahren, weise auch darauf hin, dass die Frauenquote in den Aufsichtsräten frühestens 2013 nennenswert geändert werden könnte. Dann fänden in den meisten Unternehmen die Neuwahlen zum Aufsichtsrat statt.
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(SZ vom 15.06.2010/pak)
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Herr Schrempp im Röckchen bei Daimler. Ja, und wenn man sie kastriert, dann klappt es auch mit der Stimmhöhe. Ich frage mich allerdings, wer will dann Aufsichtrat werden.
Alle paar Wochen bringt jemand die Einführung einer Geschlechterquote auf den Tisch. Völliger Unsinn, denn bei der ersten Klage würde diese Quote doch wieder gekippt, da sie Menschen diskriminiert.
Dass sich z.B. ein Mann auf eine Stelle nicht bewerben kann, da diese per Quotenregelung mit einer Frau besetzt werden muss, ist ein Verstoß gegen die Anti-Diskriminierungsregeln, nach denen niemand aufgrund seines Geschlechts benachteiligt werden darf.
Und ich dachte immer man sollte den geeignetsten Bewerber nehmen...
Ich hätte nichts gegen "richtige Weiber" in der Politik. Jedoch würde mich interessieren, was Frau Schröder und Frau Leutheuser-Schnarrenberger unter "weiblich" verstehen.
Wir haben zwar eine Bundeskanzlerin und einige Ministerinnen, die weiblich aussehen, aber in ihrem Tun in erster Linie der männlich geprägten Welt gerecht werden wollen (und auch müssen), und somit ihre wahren weiblichen Stärken gar nicht zum Tragen kommen können (wahrscheinlich kennen sie diese gar nicht einmal). Wäre es andersherum, wären diese Damen nicht in diesem Amt.
Also, die Streitfrage: was ist weiblich?
dafür, dass es nicht um das Geschlecht gehen sollte. Die Bundeskanzlerin kann auch nicht mehr als Argument gesehen werden.
´Bevor man über die Geschlechterverteilung nachdenken sollte, unter der Voraussetzung, dass man wirklich Verbesserungen haben möchte, wäre es klug die Frage zu stellen, mit welcher Qualifikation man in so einen Aufsichtsrat gewählt werden sollte. Meiner Meinung nach ist ein Aufsichtsrat eine korrupte Loge. Kompetenz ist da kaum zu finden, aber die richtigen Strippenzieher. Hier wäre Handlungsbedarf und nicht im Bereich der Frage, ob man sitzend oder stehend in die Toilette pinkelt.
Gut das unser Land momentan keine anderen Probleme hat......
Paging