Abschwung in der Euro-Zone Neues Jahr, alte Rezession

Europa erholt sich langsamer als erwartet, die EU-Kommission muss ihre Vorhersage korrigieren: Statt endlich wieder zu wachsen, schrumpft die Wirtschaft in der Währungsunion weiter. Die Arbeitslosigkeit steigt und und auch im Kampf gegen die Schulden gibt es schlechte Nachrichten.

Die Schuldenkrise lastet weiter schwer auf der Euro-Zone. Die Währungsunion arbeitet sich nach Prognose der EU-Kommission langsamer aus der Rezession heraus als erwartet. Nach dem Internationalen Währungsfonds und der Europäischen Zentralbank kappte auch die EU-Behörde ihre Wachstumsprognose für dieses Jahr. Das Bruttoinlandsprodukt werde 2013 um 0,3 Prozent schrumpfen, teilte die Kommission mit. In ihrer Konjunkturprognose im Herbst war sie noch von einem leichten Plus von 0,1 Prozent ausgegangen.

2012 lag das Minus Schätzungen zufolge bei 0,6 Prozent, 2011 dagegen war die Wirtschaft der Währungsunion noch um 1,5 Prozent gewachsen. Erst für 2014 prognostizieren die EU-Volkswirte wieder ein Plus von 1,4 Prozent.

Vage positive Nachrichten verkündet EU-Währungskommissar Olli Rehn dennoch. Es gebe erste Hinweise auf eine positive Entwicklung zum Jahresende: "Die entschlossenen politischen Schritte der jüngsten Zeit ebnen den Weg für eine Rückkehr zur Erholung", sagte er. Die Euro-Staaten müssten nun aber auf Reformkurs bleiben, sonst werde der Aufschwung bei Wachstum und Beschäftigung noch länger auf sich warten lassen.

Arbeitslosigkeit steigt

Wachstumsbremsen im Euro-Raum sind vor allem die beiden südlichen Länder Italien und Spanien, wo die Wirtschaft um ein Prozent und mehr schrumpfen soll. Frankreich bleibt nahe am Nullwachstum, während die deutsche Wirtschaft nur ein Plus von 0,5 Prozent schaffen soll. Von den hilfsbedürftigen Ländern unter dem Rettungsschirm wird Irland der Prognose zufolge mit einem Prozent Wachstum glänzend dastehen, während Portugal und Griechenland einen weiteren Einbruch vor sich haben.

Großes Problem für die EU-Staaten bleibt die hohe Arbeitslosigkeit: Die Quote wird den Brüsseler Berechnungen zufolge im laufenden Jahr bei durchschnittlich 12,2 Prozent liegen. Für das Jahr 2014 erwartet die EU-Kommission einen minimalen Rückgang auf 12,1 Prozent. Im Herbst waren die EU-Experten noch davon ausgegangen, dass die Quote der Arbeitslosen in diesem und dem kommenden Jahr knapp unter der Zwölf-Prozent-Marke bleibt. In den Krisenstaaten Griechenland und Spanien erwarten sie einen Anstieg der Arbeitslosigkeit im laufenden Jahr auf etwa 27 Prozent.

Frankreich und Spanien verfehlen Defizit-Ziele

Auch im Kampf gegen die Schulden gibt es schlechte Nachrichten. Frankreich wird dem Ausblick zufolge weder in diesem noch im kommenden Jahr die EU-Obergrenze einhalten: Das Staatsdefizit beträgt demnach 3,7 der Wirtschaftsleistung im laufenden Jahr beziehungsweise 3,9 Prozent im Jahr 2014. Für Spanien erwartet die EU-Kommission ein Defizit von 6,7 Prozent in diesem und 7,2 Prozent im kommenden Jahr. Auch diese Zahlen sind schlechter als noch die Vorhersagen vom Herbst.

Für das Krisenland Spanien enthalten die Zahlen aus Brüssel eine weitere schlechte Nachricht: Die EU-Kommission erwartet, dass sich Spaniens Defizit im vergangenen Jahr auf 10,2 Prozent belief. Der spanische Regierungschef Mariano Rajoy hatte am Mittwoch noch gesagt, die Staatsverschuldung sei 2012 auf "weniger als sieben Prozent" zurückgegangen.